Bilder sprechen lassen…

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Diesmal ein Video: Meine Reise in 11 Minuten

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Das Glück 

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12.11.1710:40pm

-20Grad, Mendenhall, knappe 80km nördlich von Whitehorse. Ich liege im Schlafsack im Walltent. Um mich herum die nächtliche Stille des schneebedeckten Waldes. Nur das Knistern des Holzes in dem kleinen Ofen durchbricht ab und an diese Stille. Ich bin allein. Und glücklich. Während ich diese Worte schreibe, steigt mein warmer Atem in kleinen Wolken vor mir auf. Es ist angenehm warm im Schlafsack, trotzdem, dass der Boden unter mir gefroren ist. Der Ofen wärmt die Luft gerade so, dass ich nicht friere aber es auch nicht zu warm ist. Er ist so klein, dass ich nachts wohl Holz nachlegen muss, vielleicht reicht auch die Wärme des Schlafsack. Ein bisschen mulmig ist mir schon, genau wie gestern, als ich den Spuren des Vielfraßes (Wolverine) im Wald bei Takhini folgte und noch nicht wusste, dass Vielfraße eigentlich ungefährliche Asfresser sind. Aber genau das macht ja den Reiz aus. Neues Lernen. Und ich möchte den Winterwald des Yukon erleben um ihn zu kennen. Zu verstehen. Und dann, die Angst zu verlieren. Nur das Unbekannte lässt uns fürchten. 

Komisch, wieder, und doch war es berechenbar, dass es mir jetzt, wo mir noch knappe sechs Tage im Yukon bleiben, scheint, als bräuchte ich mehr Zeit. Und natürlich, auch wieder, möchte ich bleiben. Auf einmal, wobei ich doch fast zwei Monate mehr über- als ge-lebt habe.


Die letzten Tage waren wunderbar wunderlich anders. Ich habe vieles kennen gelernt und vor allem mich, neu, anders. Zum Schreiben blieb keine Zeit, wie so oft und jetzt, da Zeit ist, weiß ich nicht, wo anzufangen.
Und eigentlich möchte ich gerade diese Nacht hier genießen. Im Zelt. Im Wald. Allein.
Das ist überhaupt etwas, dass ich hier gelernt habe. Momente zu leben. Zu genießen. Selbst in jenen Situationen, welche im ersten Augenblick nicht sehr toll erscheinen. Was bringt es auch, sich woanders hin zu wünschen, wenn dies gerade nicht möglich ist? Seit ich das verinnerlicht habe, ist es wesentlich einfacher, zu sein. Und wirklich schön.
Heute ist Sonntag. 

Am Mittwoch bin ich mit Mike, dem Chinesen, mit dem wir bereits in Fish Lake wanderten, nach Tagish gefahren, um bei Stephen, meinem vorigen Workaway Host, eine Jacke abzuholen, welche ich dort vergessen hatte. Auf dem Weg haben wir zwei Freestores (Orte bei der Müllhalde, bei denen Leute u.a. alte Kleidung zum Verschenken abliefern) passiert und ich konnte eine Fleeceweste und eine winddichte Jacke für Island ergattern. Stephen freute sich über meinen Besuch und das war schön, denn bevor ich ging, hatte ich ihm doch sehr ehrlich die Meinung gesagt. Mike und ich machten uns dann noch mit Tyson, dem Hund, den ich dort immer ausgeführt hatte, auf einen langen Spaziergang auf und es war faszinierend den Tagish Lake, indem ich drei Wochen zuvor noch gebadet hatte, angefroren und von eisigem Nebel bedeckt zu sehen.

Bei Stephen lernten wir auch Maja aus Deutschland kennen, welche nun bei ihm zu Gast ist. Sie plant zwei Monate hier in Yukon zu bleiben und wir wollten uns auch Dienstag eventuell in Whitehorse treffen aber nun bin ich schon wieder ganz woanders. Planen lässt sich hier nicht viel und genau das macht es gerade gut.
Von Donnerstag bis Sonntag habe ich Robert in seinem Tinyhouse in Takhini besucht. Dort war ich bereits vorige Woche für eine Nacht. 

Das tollste Erlebnis hatte ich bereits auf dem Weg zu ihm. Ich bin mit E.s Rad bei -20Grad knappe zwei Stunden dorthin geradelt. Um mich herum der sogenannte „Stardust“, viele kleine glitzernde Eispartikel in der Luft. 

Die Sonne schien und solange ich mich bewegte war mir, bis auf die Füße, sehr warm. Auf meinem Weg traf ich einen wunderschönen, schwarz-roten Fuchs und einen Maultierhirsch. 

Beide Tiere schienen mich ebenso interessant zu finden, wie ich sie und so konnte ich sie wirklich lange beobachten. Ich fühlte mich frei und unabhängig. Es war einfach schön.  
Nachdem ich mich bei Robert Aufgewärmt hatte ging es gleich noch einmal mit den Rädern los, diesmal mit Hund, verschneite Trails im Wald entlang. Leider ist mein geborgtes Rad kein Snowbike, deshalb fühlte ich mich etwas unsicher aber Spaß machte es trotzdem.


Diesmal hatten wir mehr Zeit als bei meinem ersten Besuch.

Zum Kochen und zusammen Essen. Nordlichter beobachten. Reden. Schweigen. Gemeinsam Lesen. Baden in den Hotsprings (Er kann dort jederzeit umsonst baden, was angesichts der Abwesenheit eines Badezimmers und fliesend Wasser im Winter äußerst praktisch ist). Voneinander lernen.



Ich habe mich in Roberts zweistöckigem Tinyhouse gleich wohl gefühlt. Er hat es mit seiner damaligen Partnerin selbst gebaut und lebt dort nun mit seiner Hündin. Geheizt wird natürlich mit Holz. Wasser gibt’s aus Kanistern. Strom von Solarzellen. Das Haus ist super isoliert und einfach schön, gemütlich und praktisch eingerichtet. Robert ist ein geduldiger, angenehmer und aufmerksamer Mensch, der ursprünglich von der Küste Deutschlands kommt, schon viel gereist ist und nun seit einigen Jahren im Yukon lebt und, wie so viele, als Tourguide arbeitet. 
Im den Tagen bei ihm machten wir Feuer, ich durfte lernen ein Quad im Schnee zu fahren, wir entdeckten Vielfraßspuren, sahen Sternschnuppen. Ich hatte auch Zeit für mich, morgens, wenn die Sonne gerade erst aufging, abends beim Spazierengehen mit dem Hund, nachts, beim aus-dem-Fenster schauen vom Sofa aus. Kurzum, es war sehr, sehr schön. Danke dafür, lieber Robert! Von Herzen.
Heute, Sonntag, bin ich bei Aline, welche mittlerweile im Mendenhall Workaway macht. Es war so schön, sie heute wieder zu sehen. Verrückt, wie schnell sich eine eben noch Fremde auf einmal fast wie Familie anfühlt..

Sie arbeitet für eine Kanadierin, die ihren Hauptwohnsitz in Whitehorse hat, da ihre Kinder dort die Schule besuchen. Alines Aufgaben sind hauptsächlich, mit dem Schlitten Feuerholz aus dem Wald zu holen, es zu spalten, das Haus warm zu halten, Reparaturen zu erledigen, die Hunde zu versorgen und- was ich am Coolsten finde- wirklich große Feuer zu machen und darin alten Schutt zu verbrennen. Ich freue mich sehr, dass sie diesen wundervollen Ort, an dem sie sich sehr wohl fühlt, gefunden hat und dass ich einen Teil ihrer Zeit hier miterleben darf.

Gerade ist sie hier im Haus noch mit zwei ebenfalls reisenden Jungs aus Deutschland, Malte und Nils. Wir waren spazieren mit den zwei Hunden, unterhielten uns ewig, kochten, aßen und lachte gemeinsam und dann habe ich mich entschieden, hier noch etwas länger mit ihr zu bleiben und zu arbeiten. Und heute draußen zu schlafen. Wo ich jetzt liege. Gespannt ob all der Dinge, die da noch kommen. Und wieder, sehr dankbar.

Wachstumsschmerzen beim Reisen

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Seit gestern habe ich wieder mal große Angst vor diesen doofen Wachstumsschmerzen, die das Reisen so mit sich bringt. Und die ganzen Fragen tauchen wieder auf, die ich mir schon so oft in den letzten zwei Monaten gestellt habe. Warum der Yukon? Im Winter? Warum Island? Ohne einen dicken Geldbeutel, ohne Führerschein? Ohne Plan…
Nun ja, der aufmerksame Leser weiß, dass alles (wie immer) anders lief als ursprünglich geplant und der bedachte Mensch weiß, dass es sinnlos ist, sich über das Warum Gedanken zu machen und, dass es schon alles gut wird und das weiß ich ja auch alles nur allzu gut aus Erfahrung. Aber dazwischen sind nunmal diese besagten Wachstumsschmerzen und gerade finde ich die einfach doof! Und dann dieser Typ, der in der Facebook Islandgruppe auf meine höfliche Frage, was man denn so mit wenig Geld in Island unternehmen könne mit „Flug stornieren“ antwortet… Ich möchte wie ein kleines, beleidigtes Kind losheulen und endlos jammern, obwohl ich doch der größte Glückspilz der Welt bin ohne es mir irgendwie verdient zu haben. Aber es macht mir Angst, nicht zu wissen, was, wer, wie auf mich zukommt und ich weiß, dass es nicht nur gute Erfahrungen sein werden. Auch sehr gute. Schöne. Aber eben nicht nur. Und daran wachse ich dann weiter. Trotzdem schimpfe ich heute auf mich und meine Torheit und schreibe diesen kurzen Artikel. Und jetzt ist auch gut mit Gejammer. Zumindest schriftlich!

Update Reisetagebuch Yukon: Porter Creek, Fish Lake, Takhini 

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2.11.2017Fish Lake
Seit drei Tagen bin ich nun mit A. (welche ebenfalls mit mir zwei meiner fünf Wochen in Tagish verbracht hat) bei einem Host in Porter Creek, einem Stadtteil etwas außerhalb von Whitehorse. Zu Fuß kann man hier innerhalb von etwas über einer Stunde Whitehorse Downtown erreichen, wahlweise am Highway entlang oder durch Wald um die Ecke. Es ist auch noch nicht zu kalt zum Radeln und so habe ich den Weg auch schon mit dem Rad bestritten, allerdings musste ich letztendlich auf den Highway wechseln, da unter der dünnen Schneeschicht im Wald alles vereist war.


In den letzten Tagen ist sehr viel passiert, ich bin mittlerweile wohl wirklich in Kanada angekommen und unser Host, E., 67 Jahre alt, ist ein sehr interessanter Mann mit viel Lebenserfahrung und einer philosophischen Seite. Seine ruhige Ausstrahlung spiegelt sich in seiner Wohnung wieder, in der man sich einfach nur wohl fühlt. Wir hatten bereits viele tiefgründige Gespräch und seine entspannte Art wirkt auch auf uns. A. und ich schlafen in einer Cabin im Garten. Morgen wird sie zu einem anderen Workaway Host wechseln und ich bleibe alleine bei E. Aber alleine ist man hier nie. 
Was ursprünglich als eine Zeit des „Zusichselbstfindens“ geplant war, stellt sich als ein ununterbrochenes Kennenlernen und Austauschen mit anderen Menschen heraus. Ich könnte gerade eine neue Liste anlegen: „Menschen aus allerlei Nationen, welche ich in Kanada kennen gelernt habe“. In dieser Liste würden sich nicht sehr viele Kanadier finden, stattdessen eine Chilenin, ein Chinese, ein Südafrikanische, ein Pakistaner, mehrere Deutsche, Franzosen, Schweizer und viele mehr. Die meisten dieser Menschen sind hier nicht im Urlaub sondern zu Hause, der Yukon als Wahlheimat, also sind sie gewissermaßen doch Kanadier. Und ich finde es schön zu sehen, dass es eben nicht „den Kanadier“ oder „die Kanadierin“ gibt. Die Geschichten, welche die Menschen hier mit sich bringen sind dann wohl das spannende dabei – warum treibt es jemanden hier her in den Yukon?  

Dafür gibt es allerhand Gründe und jeder hier hat seine ganz eigenen aber dafür müsste ich hier ein ganzes Kapitel aufmachen. 


Nun aber zu den letzten Tagen. Wie gesagt war es sehr angenehm, ich habe einige Zeit in der Stadt verbracht, diverse Menschen getroffen, war schwimmen in Game Center und gestern haben wir eine wunderschöne Wanderung mit unserem Horst und M., einem Chinesen, den wir ebenfalls in Whitehorse kennengelernt haben, gemacht. 

Wir sind oberhalb von Fish Lake gewandert und auf dem ganzen Weg lag Schnee. Die Sonne zeigte sich endlich mal wieder und ihre gelb-goldenen Strahlen reflektierten sich in den weißen Kristallen des Schnees unter unseren Füßen und zu unseren Seiten. 


Unzählige Spuren waren im Schnee zu sehen, von Hasen- über Fuchs-und Wolf- bis hin zu Schwarzbärspuren. Bei genauerer Betrachtung waren sogar kleine Mäusefüsschen, welche sich durch den Wald schlängelten, zu erkennen. Nach einer Zeit lief ich etwas abseits hinter den anderen, um mehr für mich zu sein und als wir den Hauptteil der Steigung durch den Wald bestritten hatten, breitete sich eine große Ebene vor uns aus, rechts und links neben dem schneebedeckten Pfad überall brusthohe Büsche, deren Stängel mit Schneekristallen verziert waren. Das ermutigende Funkeln der hellen Sonnenstrahlen reflektierte sich im eisigen Weiß und auf einmal fühlte ich mich wie damals in Portugal, wo ich ebenfalls einen unendlich weiten Weg ging, um mich herum nur Büsche und strahlender Sonnenschein. Keine Menschenseele weit und breit. Der einzige Unterschied war die Temperatur die damals bestimmt an die 35 Grad Celsius betrug und, dass ich alleine war. Doch in diesem Moment war es dasselbe große Glück in mir, dass mich ein paar Tränen vor Freude vergießen lies. Und wie ein zusätzliches Zeichen tauchte auch noch ein winzig kleiner Vogel aus dem Gebüsch hervor und zwitscherte im gleichen Ton, wie ich es damals in Portugal von den unzähligen winzigen Vögeln vernommen hatte. Als wir dann einen der vielen Gipfel erreichten, war der Blick atemberaubend. Unter uns die schneebedeckte Landschaft, um uns die Berge, in der Ferne der See, über uns die Sonnenstrahlen, durchbrochen von ein paar Wolkenschleiern, die sich wie Fäden durch den Himmel zogen. Und überall diese ausfüllende Stille, die ich bereits in der Sahara wahrnehmen konnte. Bis auf die Stimmen meiner Begleiter und später ein Flugzeug des nahe gelegenen Whitehorse Flughafen, war nichts zu hören. Nichts. Trotzdem war alles so ausgefüllt. Eine wundersame Fülle. Wundervoll.


Auf dem Rückweg stapften wir durch den knietiefen Schnee zurück zum Auto, stets darauf bedacht, nicht auszurutschen, da sich unter der Schneedecke überall hartes Eis befand. Trotzdem fiel jeder von uns durchschnittlich vier mal auf sein Hinterteil. 


Den Abend ließen wir dann in den 30km enfernten Takhini Hot Springs ausklingen. Ein vollkommener Tag.

Heute bekomme ich Besuch von J., einem Nachbarn aus Tagish, der mit seinen 57 Jahren Lebenserfahrung sicher wieder viel zu berichten hat.

Morgen geht es dann in die Stadt mit R., zum Rescue Training und danach mit ihm nach Takhini fürs Wochenende. R. lebt dort samt Hund in einem selbst gebauten Tiny House. Er scheint ein sehr interessanter Mensch mit schöner Ausstrahlung und großem Outdoorwissen zu sein und ich freue mich unglaublich auf dieses Wochenende.

Weltenbummlerin

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Und da bin ich

Von einem Moment auf den anderen 

In einer völlig anderen Welt

Andere Werte

Andere Ansichten 

Ein fremdes Lächeln

In deiner Welt

Und dann Wiederum

Treffen sich Kontinente

Und werden zu ein und demselben 

Dieselben Werte

Dieselben Ansichten

Ein vertrautes Lächeln 

Am anderen Ende der Welt
Wir leben

Alle

In einer Welt 

Und doch

Jeder für sich

In seiner eigenen
Nicht selten 

Prallen Welten unsanft aufeinander
Und ein andermal 

entstehen Brücken 

Zwischen(-)Welten

 
Deshalb liebe ich es

Weltenbummlerin zu sein

Innen oder außen 

Spielt keine Rolle

Es zählt nur der weite Blick

Über den Horizont (hinaus)..