Weltenbummlerin

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Und da bin ich

Von einem Moment auf den anderen 

In einer völlig anderen Welt

Andere Werte

Andere Ansichten 

Ein fremdes Lächeln

In deiner Welt

Und dann Wiederum

Treffen sich Kontinente

Und werden zu ein und demselben 

Dieselben Werte

Dieselben Ansichten

Ein vertrautes Lächeln 

Am anderen Ende der Welt
Wir leben

Alle

In einer Welt 

Und doch

Jeder für sich

In seiner eigenen
Nicht selten 

Prallen Welten unsanft aufeinander
Und ein andermal 

entstehen Brücken 

Zwischen(-)Welten

 
Deshalb liebe ich es

Weltenbummlerin zu sein

Innen oder außen 

Spielt keine Rolle

Es zählt nur der weite Blick

Über den Horizont (hinaus)..

Die „Public Library” und andere zivilisatorische Annehmlichkeiten 

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3.10.2017
18:00 Uhr
Ich sitze in der Public Library in Whitehorse. An drei Tagen der Woche (So, Di, Do) fahren wir morgens um 7 mit Stephen nach Whitehorse, dort wechselt er in seinen Dienstwagen (er liefert Post und Pakete aus) und dann nehmen wir das Auto, erledigen Einkaeufe und was noch so ansteht und bleiben dann bis er fertig ist in der Stadt (Meist so bis 21 oder 22 Uhr). Ausserdem gibt es die Option, ihn bei seiner Fahrt die taeglich bis zu 1000 km betraegt, zu begleiten.Landschaftlich  bekommt man da wohl einiges zu sehen und ich werde dieses Angebot sicher noch in Anspruch nehmen. Die dritte Option (welche ich ja am Sonntag gewaehlt habe), ist den ganzen Tag im Haus bzw der Umgebung zu bleiben, dort aufzuraeumen, den Hund auszufuehren, fuer alle zu kochen und eigene Projekte anzugehen.

Heute war ich also in Whitehorse. Nachdem ich noch einmal mit Icelandair Kontakt aufgenommen hatte und tatsaechlich nun meinen Flug fuer Dezember kostenfrei zurueck bekommen habe (ein herzliches Danke nochmals an dieser Stelle, an die lieben Mitarbeiter der Fluggesellschaft) und mit Astrid die Einkaeufe groestenteils erledigt hatte, begab ich mich mit dem Rad, welches ich mitnehmen durfte, noch einmal zur Wohnung von Sofía, um meine restlichen Sachen abzuholen. Da sie arbeiten war, hinterlegte sie mir den Schluessel unter der Fussmatte. Danach fuhr ich mit dem Rad noch zur Riverside Grocery, einem unglaublich ueberteuerten Bioladen, indem ich mir ein glutenfreies Brot besorgte und versuchte, bei einem Kaffee mit der jungen Verkaeuferin ins Gespraech zu kommen, was sich als schwierig herausstellte, da sie anscheinend lieber auf ihren Laptop starrte. Nun gut, die Jugend, dachte ich mir mit meinen fortgeschrittenen neunundzwanzig Jahren (…) und fuhr weiter zum Visitor Center, indem ich mich ein wenig ueber Whitehorsse kundig machte und derweil meinen mitgebrachten Salat verspeiste. Es ist nicht zu verachten, was solch oeffentliche Plaetze fuer Vorteile bieten und außer mir, kamen in der Stunde, die ich dort verbrachte, gerade mal ein paar Japaner vorbei. Später begab ich mir zur Public Library, um Astrid auf einen Kaffee abzuholen. Die Bibliothek ist wunderbar! Es herrscht eine angenehme Atmosphaere, man muss nicht muksmaeuschenstill sein und trotzdem ist es nicht laut, es gibt eine riesige Auswahl an Literatur, eine liebevoll eingerichtete Kinderecke, man kann taeglich die Computer eine Stunde kostenfrei und unbegrenzt freies WLAN nutzen, es gibt kostenloses Trinkwasser, saubere Toiletten und sogar Liegeplaetze. Demenstprechend gemischt ist auch das Klientel, von ein paar Leseratten, ueber Smartphonezombies, vor sich hindoesende Maenner in zerlumpter Kleidung, einer Kindergartengruppe, bis hin zu ueber Zeichnungen bruetenden alten Maennern und bloggenden deutschen Frauen ist alles vorhanden. Ein Zufluchtsort der Extraklasse 🙂.

Mir gegenueber sitzt Astrid. Nach dem Kaffeetrinken im Baked, wo es Kaffee mit Milchalternativen, Kunst regionaler Kuenstler und allerlei schoene Laeden mit individuellen Geschenken und Koestlichkeiten gibt. Darauffolgend waren wir im Dollarstore, um ein paar Kuechenutensilien zu besorgen und ein Verkleidungen. Es war lustig, denn wir beide hatten nicht so viel Lust darauf aber Stephen wuenscht sich, dass wir „etwas enthusiastic and cray“ sind und nun ja, why not? Wenn es ihm Freude bereitet. Gestern Abend waren wir am Hidden Beach, einer versteckten Bucht mit Sandstrand am Tagish Lake, die im Sommer maerchenhaft sein muss, haben ein Feuer gemacht (auf Stephens Art mitten auf dem Boden, ohne Steinkreis, mit Oel, was ich unbedingt aendern muss und werde…) und dann bin ich mit ihm im kalten Wind nackig in den kalten See gesprungen. Das mag fuer Aussenstehende komisch klingen aber es war rein gar nichts schlimmes dabei. Stephen ist anders. Er hat ein seltsames Verhaltnis zu Maennern und meidet sie, mit Frauen kommt er aus, was jedoch rein gar nichts sexuelles hat. All seine Volunteers berichten von tollen Erfahrungen auf Touren und seiner herzlichen Art. Er ist nicht gern allein, ja. Und er hat ein paar ungewoehnliche Verhaltensweisen, aber was solls. Wer ist schon normal? Ich habe beschlossen, diese Reise als Erfahrung mit Menschen zu sehen. Ich weiss, dass ich den Sueden liebe und hier kein dauerhafter Platz fuer mich ist. Ich weiss ebenso, dass ich die Menschen in und um Freiburg von ihrer Mentalitaet her liebe und auch die der weiter suedlich liegenden Nachbar- und Nachbarnachbarslaender. Und trotzdem. Es ist spannend, auf diese Reise zu den Menschen zu gehen. Bei jemandem zu leben, der einen komplett anderen Lebensstil pflegt. Andere Reisende zu treffen. Eventuell zehn Kilo aufgrund des ungesunden Essens hier zuzunehmen ist ein Uebel, was ich wohl in Kauf nehmen muss. Sich nur waehrend des Besuchs der Stadt im Schwimmbad duschen zu koennen (oder eben (noch) im eiskalten See). Mehrere Wochen lang mit anderen, wechselnden Menschen einen Raum zu Teilen. Es ist ok. All das sind Erfahrungen, welche mich lernen lassen. Ueber andere und ueber mich selbst.
Astrid und ich warten derweil auf die Franzoesinnen Priscilla und Lucie, die den Wagen haben, um Freunde zu besuchen. Astrid ist eine Berlinerin um die vierzig (schaetzungsweise, sie verraet es naemlich nicht) und ist nun seit drei Wochen bei Stephen. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn im Erwachsenenalter. Sie verreist regelmaessig allein, was ihrer Beziehung jedoch nicht schadet, im Gegenteil. 2012 ist sie den Jakobsweg gelaufen, die letzte Woche begleite sie ihr Mann. Die grosse, schlanke Frau mit den langen, dunkelblonden Haaren wird am Montag zurueck nach Deutschland fliegen. Die beiden Maedels bleiben bis zum 12.10., danach kommt Aline, Anfang zwanzig, aus der Schweiz glaube ich. Ich bin gespannt wer noch kommt. Und welche Dynamik entseht. Jetzt laeuft jedoch meine Pc Zeit ab. Ich wuensche Euch allen, wo auch immer ihr seid, gute Erfahrungen, so viel Gluck im Unglueck, wie ich es immer wieder habe und Vertrauen in die Welt und vor allem in Euch selbst. Bis bald.

Reisetagebuch Yukon-Vancouver-Island Teil 2

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5.9.20:07

Heute war der Vormittag sehr entspannt. Etwas Tiere versorgen, das meiste war schon gemacht, da der Ablauf, wenn Schule ist anders ist. Herrliches Spätsommerwetter begleitete den Tag bis jetzt. Ich durfte zwei Holzhalterungen für Waschbecken abschleifen und streichen. Ich glaube ich habe bis auf einmal im Leben noch nie etwas abgeschliffen..es ist noch nicht ganz fertig und ich bin nicht ganz zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis (zu unsauber) aber für den Anfang… 

Carmen und Robert sind sehr geduldig mit mir 😉 Natürlich habe ich mich gleich geschnitten und mir den Generator beim Ziehen über die Ferse gezogen und humple jetzt etwas, das mit der Achtsamkeit war ja noch nie so meines…
Am Nachmittag war ich im Fluss baden und dann ging ich die Kids mit abholen vom Schulbus. Der Weg führt durch den Wald und ist märchenhaft. Ich freue mich schon arg auf die baldige Tour und überhaupt, die Gegend weiter kennen zu lernen.

Ansonsten habe ich die Tiere versorgt und wieder Pferdemist gesammelt. Es macht glücklich hier zu sein, die Tiere und die liebenswerte Familie. Und ich brauche unbedingt einen Hund. Unbedingt! 🙂


Jetzt noch ein wenig Hahnenkampf beim Hühner einsperren und die Pferde und den Esel füttern, das wars auch schon. Jetlag fühle ich jetzt doch, freu mich aber sehr auf morgen!

Wohin der Wind uns trägt..(Reisetagebuch Yukon-Vancouver-Island und ein wenig davor..)

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Nicht mehr lange, dann ist es soweit. Mein kleines, großes Abenteuer beginnt: 85 Tage Yukon, dann 13 Vancouver, dann 8 Tage Island. Keinen dieser Orte hatte ich ursprünglich geplant zu besuchen, zieht es mich doch immer wieder in die Ferne aber nie zu weit weg und meist in die Wärme. Was wird mich erwarten? Der Indian Summer? Nordlichter? Eisige Kälte bei bis zu minus 30Grad? Eine tolle Familie und anstrengende aber erfüllende Arbeit? Touren durch atemberaubende Landschaften? Viel Neues lernen und sich weiter entwickeln? Stille in fast vollkommener Einsamkeit der Natur? Nur Tiere, dann Stadt und viele Menschen und zuletzt eine Reise mit einem noch fremden Menschen in einem Land, in dem sie noch an Elfen glauben?
Viele Vorstellungen und Erwartungen aber ich möchte mich auch überraschen lassen. Gerade fühlt sich alles nach bleiben an, gerade weil ich nie bleibe und es doch so sehr will.. vielleicht bin ich nach dieser Reise schlauer, wer weiß.

Ich weiß nur, dass die letzten Monate auch eine Reise waren, wenn gleich ich nicht weit weg war, physisch. Und ich bewahre diese Momente in mir. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich jedes Detail all dieser schönen und schweren Momente vor mir, ich rieche die Düfte, welche mich umgaben, erinnere mich an die Menschen, denen ich wirklich begegnet bin, voll und ganz, wie sie lachen, weinen, lieben. Ich sehe Farben, Landschaften, Gefühle umherschwirren auf der Suche nach einem zu Hause. Und dann doch plötzlich, dieses Heimkommen. Zu Dir.

Jetzt gehen wir beide. Aber ich bleibe noch etwas dort.
Ich bin so neugierig auf das Leben und bevor die Reise ins Ausland geht, möchte ich noch Zeit mit lieben Menschen verbringen. 
Es geht zum Singoldsand Festival mit einem sehr lieben Menschen und ich werde berichten.

All ihr tollen Menschen, hier, dort, in Freiburg, in Brasilien, Finnland oder sonst wo, ich bin froh, Teil dieser Welt sein zu dürfen und trage euch mit mir 🙂

Im Rausch der Zeit

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Die Landschaft rauscht an mir vorbei, während mein Kopf dumpf und die Augen müde sind, von zu wenig Schlaf und zu viel Koffein.

Ich sehe ich Wolken, Bäume, Städte, Menschen, welche an mir vorbei zu fliegen scheinen und frage mich, ob ich es bin, die dich bewegt oder die anderen? Vielleicht werden wir alle bewegt, denke ich, während es mein Herz zu Dir zieht.

Auch das wird vorübergehen, ich weiß schon.

Ankommen und doch wieder aufbrechen. Ausbrechen.

Mein Leben gleicht einer Zugfahrt.

Heute verspäte ich mich wieder einmal, mein Ziel werde ich wohl dennoch erreichen, ein andermal werde ich pünktlich sein, doch Ankommen, wie soll das gehen, bleibe ich doch stets in Bewegung..

Ich bin dann mal weg..

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Liebe Freunde, liebe Unterstützer!

Es ist soweit,  morgen Früh (geplant ist bei Sonnenaufgang, aber Pläne können sich ja bekanntlich ändern ;)) geht es für mich auf nach Tübingen.

Da ich ab Donnerstag wieder ein Seminar meiner Ausbildung zum Wander- und Trekkingguide habe, dachte ich mir, dass ich doch mit dem Fahrrad hinfahren könnte. Und dank meiner netten Vermieterin habe ich jetzt auch einen Hundeanhänger, den ich für meine Sachen benutzen kann.

Heute hab ich ihn gleich mal getestet. Es ist leider etwas unpraktisch aber man kann an mein Fahrrad nicht gleichzeitig einen Fahrradständer anbringen und den Anhänger, deshalb wird es eine aufregende Reise. Vor allem auch weil es ziemlich heiß ist, der Hundeanhänger mehrere Jahre im Keller stand und die Reifen komplett platt waren…. Meine Testfahrt hat er allerdings gut überstanden, aber es ist schon spannend wie viel schwerer es ist mit dem Anhänger zu fahren und auch wie unsicher ich mich dabei fühle. Ich hatte ja schon immer Unverständnis für die Eltern, welche mit den Kindern im Anhänger wie wild an der Dreisam lang rasen, aber jetzt verstehe ich diese noch weniger. Na gut,  vielleicht muss man sich einfach daran gewöhnen und dafür habe ich ja jetzt mehrere Tage Zeit.

Ich freue mich auf jeden Fall, denn die Strecke ist sehr schön, sie geht an vielen Flüssen entlang, unter anderem an der Elz und durch das Kinzigtal – ich liebe Wasser!

Wer mich kennt weiß, dass ich Angst vor Gewitter habe. Dem werde ich wohl in den nächsten Tagen nicht entgehen können. Wünscht mir also Glück bei der Suche nach einem sicheren Schlafplatz im Wald! Ein Zelt habe ich auch nicht dabei aber ich spanne ja gerne mein Tarp und so lange es nicht so schüttet wie hier in letzter Zeit, sollte das kein Problem sein.

Ich versuche Euch ein paar Notizen und Fotos zu machen, und werde Euch dann später berichten. Ich wünsche auf jeden Fall jedem Einzelnen von Euch auch eine schöne Zeit und freue mich, wenn ich wieder komme und noch ein paar weitere Unterstützer gewonnen habe!

Aufgeregte Grüße,

eure Hanife

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Verpflegung für die nächten Tage 🙂