Winter

Standard

img_2378

Es hat uns letztendlich erreicht. Überwältigt. Nieder gezwungen mit seiner schonungslosen Kälte, die einem bis unter die Haut geht, ja selbst vor unseren Knochen nicht halt macht.
Diese Kälte, die wir lange erfolgreich ignoriert haben und welche uns nun umso mehr zu Boden zwingt, nach Atem ringen und sprachlos zurück lässt.

Unsere Augen weit offen, starr ob der Fassungslosigkeit und doch blind vor Wut, wollen viele schreien, um sich schlagen, zerschlagen und sie verjagen, aussperren, diese unkontrollierbare Macht.Und hinterlassen damit noch mehr Schmerz, nähren die Wut und bringen endloses Leid.
Manch einer weint leise. Und Tränen gefrieren zu Eis, auf dem jene ausrutschen, welche die Augen noch immer verschlossen halten, während sie leise vor sich hin summen.
Anderen bleibt nichts als leeres Lachen: wir wussten es gleich, was kommt, mit diesem Winter! War abzusehen. Das haben wir davon! Und ihr Lachen bringt Eiszapfen hervor, welche sich lösen und auf Grund aufreihen um Mauern zu bilden, welche uns selbst in der eisigen Kälte gefangen halten.

Alle jene haben vergessen, dass es den Winter schon immer gab. Und dass dieser nicht der Feind ist. Umso mehr ist es die Kälte. Die unbarmherzige Kälte, die wir selbst entstehen lassen.

Was bleibt anderes, als dem Winter mit Wärme zu trotzen? Nicht leise zu weinen, noch laut zu schreien oder zynisch zu verlachen. Einfach zu leben. Und ein Feuer zu entfachen, an welchem sich jeder wärmen kann, jeder. In der Hoffnung auf neuen Frühling. Der irgendwann vielleicht immer währt..

Werbeanzeigen