Warum wir uns schlecht fühlen sollen und warum ich dagegen bin

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incredibly bad english translation below

Wo anfangen? Ich versuche es einmal so. 2016 war das Jahr der Unfälle und Krankheiten für mich. Ich möchte hier jetzt nicht meine Krankengeschichte großartig ausbreiten, denn dieser Artikel soll sich eigentlich mit der Freude am Leben beschäftigen aber zum Verständnis muss ich ein wenig ausholen und ich versuche, diese Einleitung kurz zu halten 😉

Nach einem Unfall in Portugal, der mich kurzzeitig mit Krücken gehen lies, folgte eine ziemlich widerliche Campylobacterinfektion, darauf wiederum folgte der nächste Unfall, diesmal mit Folgen, an denen ich bis heute leide und weswegen mir dieses Jahr wohl mindestens eine Operation bevorsteht. Dann hatte ich eine Schwellung hinterm Ohr, welche sich nach unzähligen Arztgängen, Tests und gruseligen Prophezeiungen als Folge einer (abermals ungewöhnlich verlaufenden) Toxoplasmoseinfektion herausstellte.

Mein Vorsatz für 2017 war dann naheliegend: keine neuen Arzttermine mehr (außer diese, welche mir wegen der OP bevorstehen). Dann (gestern) tauchte der Knubbel hinterm Ohr wieder auf. Kurzum, hier sitze ich wieder. In einem dieser unzähligen Wartezimmer, unter unzähligen Wartenden, mit ängstlichen, schmerzerfüllten, resignierten oder einfach müden Gesichtern. Und trotzdem, ich warte nicht mehr. Und ich bin weder ängstlich, schmerzerfüllt, noch resignierend. Etwas müde bin ich schon. Und ich gebe zu, gestern, als es hieß ich müsse wieder in die Klinik, da hatte ich einfach keinen Bock mehr, wie man so unschön sagt.

Aber hey, ich sitze hier, ich kann schreiben. Und schreiben ist eines der Dinge, welche mein Leben für mich lebenswert machen. Wenn ich darüber nachdenke, was mir Freude macht, was mich erfüllt, was LEBEN für mich bedeutet, steht die Literatur, das geschriebene aber auch das gesprochene (oder unausgesprochene) und das gesungene Wort für mich ganz weit oben. Zusammen mit der Natur. Der Musik. Und wunderschönen Menschenwesen, die mir immer wieder begegnen. Alles Kunst. Und Künstler. Zusammengefasst könnte ich sagen, die Kunst ist das, was das Leben lebenswert macht. Zumindest mein Leben. Leben ist Kunst. Die Kunst zu leben. Lebenskünstler. Was für wundervolle Wortspielereien hier möglich sind…

Und über all dies kann und möchte ich jetzt schreiben (siehe nachfolgender Artikel). Über diese Wundermenschen. Und wunderbare Natur.
Um den Zusammenhang zum Titel nicht zu übergehen, hier noch etwas dazu, was eine Kollegin mir letztens rückmeldete, nachdem ich sie nach einem Uniklinikbesuch anrief, und ihr ankündigte, dass eine weitere Untersuchung stattfinden würde, welche gleichzeitig bedeutete, dass ich bei der Arbeit einen weiteren Tag ausfallen würde. Sie fand es unverständlich und unglaublich, dass ich ihr diese Nachricht mit fröhlicher Stimme verkündete. Natürlich verstehe ich ihre Reaktion insofern, dass es für sie natürlich blöd ist, wenn ich ihr bei der Arbeit nicht zur Seite stehe. Und mit Sicherheit empfand ich keine Freude beim Gedanken, noch einen Tag in von Neonlicht erhellten, kahlen und trostlosen Räumen zu verbringen (vor allem nicht nach geschlagen 6,5 Stunden, welche ich vor dem Anruf dort verbracht hatte). Jedoch hatte ich gerade diese Räume verlassen.

Das heißt, ich war in diesem Moment endlich frei! Ich hatte Luft zum Atmen, Wind auf der Haut und den Moment, der ok war.

Und was hätte es gebracht, hätte ich ihr diese Nachricht schuldbewusst mit jammervoller Stimme überbracht?

Hätte diese Stimmung sich dann nicht auch auf sie übertragen?

Und warum erwarten viele Menschen, dass man schlechte Nachrichten mit schlechter Stimmung überbringt?

Bin ich nur berechtigt, krank oder eingeschränkt zu sein, wenn ich mich dann auch möglichst in meinem Leid suhle und nur noch das Negative sehe?

Werde ich so schneller gesund? Oder nicht doch eher langsamer?

Und hat die Freude nicht immer eine Daseinsberechtigung, wenn sie denn da sein möchte?

Dies sind Fragen, auf die ich keine allgemeingültige Antwort geben kann. Aber ich für mich habe beschlossen, glücklich zu sein, wann immer sich mir die Gelegenheit bietet. Was um mich herum passiert, kann ich nicht immer beeinflussen. Aber was in mir passiert, das zum größten Teil schon.

Und jetzt freue ich mich, dass ich in einem kahlen Raum sitze und vermutlich noch länger sitzen werde. Ich freue mich, weil ich jetzt schreibe. In diesem Moment.

 

Why we should feel bad and why I am against this

Where to start? I’ll try it this way. 2016 was the year of accidents and diseases for me. I do not want to extend my medical history here because this article is supposed to deal with the joy of life but to understand I have to get a little out and I try to keep this introduction briefly.
After an accident in Portugal, which took me with crutches at a short time, followed a rather disgusting campylobacter infection, followed by the next accident, this time with consequences, which I suffer to this day and which is why I probably have to undergo at least one operation this year. Then I had a swelling behind the ear, which after countless doctor’s procedures, tests and creepy prophecies was identified as a consequence of an unusual Toxoplasmosis.
My intention for 2017 was then obvious: no more new medical appointments (except for those who are coming to me because of the surgery). Then (yesterday) the swelling emerged behind the ear again. In short, here I sit again. In one of these countless waiting rooms, under countless waiting times, with anxious, painful, resigned, or simply tired faces. Me, I’m not waiting anymore. And I am neither afraid, painful or resigned. I’m just a bit tired. And I admit, yesterday, when I heard I had to go back to the clinic, I simply was very upset. But hey, I’m sitting here, I can write. And writing is one of the things that makes my life worth living for me. When I think about what pleases me, what fulfills me, what LIFE means to me, literature, the written, but also the spoken (or unspoken) and the sung word stands for me very far up. Together with nature. Music. And beautiful human beings that I am pleased to meet me again and again. Everything is kind of art. And artists. In summary, I can say that art is what makes life worth living. At least my life. Life is art. The art of living. Life artist. What wonderful word games are possible here …

 

And about all this I can and will write now (see the following article). About these miracles. And the wonderful nature.
In order not to ignore the connection to the title, here is something else that a colleague gave me back last time,
I told her that a further test at the hospital would take place, which at the same time meant that I would drop out another day at work. She found it incomprehensible and unbelievable that I announced her this news with a cheerful voice. Of course, I understand her reaction, because it is bad for her, of course, if I do not stand by her side at work. And certainly, I felt no joy at the thought of spending another day in neon-lit, bleak and desolate rooms (especially not after waiting 6.5 hours, which I had spent there before the call). However, I had just left these rooms. I was finally free at this moment! I had air to breathe, the wind on the skin, and this one moment that felt good. And what would it have been, had I given her this news in a guilty voice? Would not that sentiment has been transferred to her? And why do many people expect bad news told with a bad mood? Am I only entitled to be ill or restricted, if I take a bath in my suffering and only see the negative sides? Am I getting healthy soon, if I act like that? Or more slowly? And does joy not always have a right to exist when it wants to be there?
These are questions to which I can not give a general answer to. But I’ve decided to be happy whenever I get the opportunity. What happens around me, I can not always influence. But what I mostly can influence is, what happens inside me, for the most.
And now I am happy that I am sitting in a bare room, and probably I will sit for a few hours. I am happy because I am writing now.

 

Now, at this one moment.

 

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