10 wilde Tiere, die ich auf Reisen gesehen habe

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1. one Porcupine (Stachelschwein)
2. A few Moose (Elch)

3. Three Grizzly Bears (Grizzlybären)


4. One coyote (Koyote)

5. Four bald eagles (Weißkopfseeadler)

6. A few mountain goats (Bergziegen)

7. Many Raven (Raben, richtige, keine Krähen und “George”, der sich aus der Hand füttern lies..)


8. Many squirrels (Eichhörnchen und auch ein paar andere Hörnchen)

9. Many Bisons


10. My Favorite: one impressive Wolf!


And many more…

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Die „Public Library” und andere zivilisatorische Annehmlichkeiten 

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3.10.2017
18:00 Uhr
Ich sitze in der Public Library in Whitehorse. An drei Tagen der Woche (So, Di, Do) fahren wir morgens um 7 mit Stephen nach Whitehorse, dort wechselt er in seinen Dienstwagen (er liefert Post und Pakete aus) und dann nehmen wir das Auto, erledigen Einkaeufe und was noch so ansteht und bleiben dann bis er fertig ist in der Stadt (Meist so bis 21 oder 22 Uhr). Ausserdem gibt es die Option, ihn bei seiner Fahrt die taeglich bis zu 1000 km betraegt, zu begleiten.Landschaftlich  bekommt man da wohl einiges zu sehen und ich werde dieses Angebot sicher noch in Anspruch nehmen. Die dritte Option (welche ich ja am Sonntag gewaehlt habe), ist den ganzen Tag im Haus bzw der Umgebung zu bleiben, dort aufzuraeumen, den Hund auszufuehren, fuer alle zu kochen und eigene Projekte anzugehen.

Heute war ich also in Whitehorse. Nachdem ich noch einmal mit Icelandair Kontakt aufgenommen hatte und tatsaechlich nun meinen Flug fuer Dezember kostenfrei zurueck bekommen habe (ein herzliches Danke nochmals an dieser Stelle, an die lieben Mitarbeiter der Fluggesellschaft) und mit Astrid die Einkaeufe groestenteils erledigt hatte, begab ich mich mit dem Rad, welches ich mitnehmen durfte, noch einmal zur Wohnung von Sofía, um meine restlichen Sachen abzuholen. Da sie arbeiten war, hinterlegte sie mir den Schluessel unter der Fussmatte. Danach fuhr ich mit dem Rad noch zur Riverside Grocery, einem unglaublich ueberteuerten Bioladen, indem ich mir ein glutenfreies Brot besorgte und versuchte, bei einem Kaffee mit der jungen Verkaeuferin ins Gespraech zu kommen, was sich als schwierig herausstellte, da sie anscheinend lieber auf ihren Laptop starrte. Nun gut, die Jugend, dachte ich mir mit meinen fortgeschrittenen neunundzwanzig Jahren (…) und fuhr weiter zum Visitor Center, indem ich mich ein wenig ueber Whitehorsse kundig machte und derweil meinen mitgebrachten Salat verspeiste. Es ist nicht zu verachten, was solch oeffentliche Plaetze fuer Vorteile bieten und außer mir, kamen in der Stunde, die ich dort verbrachte, gerade mal ein paar Japaner vorbei. Später begab ich mir zur Public Library, um Astrid auf einen Kaffee abzuholen. Die Bibliothek ist wunderbar! Es herrscht eine angenehme Atmosphaere, man muss nicht muksmaeuschenstill sein und trotzdem ist es nicht laut, es gibt eine riesige Auswahl an Literatur, eine liebevoll eingerichtete Kinderecke, man kann taeglich die Computer eine Stunde kostenfrei und unbegrenzt freies WLAN nutzen, es gibt kostenloses Trinkwasser, saubere Toiletten und sogar Liegeplaetze. Demenstprechend gemischt ist auch das Klientel, von ein paar Leseratten, ueber Smartphonezombies, vor sich hindoesende Maenner in zerlumpter Kleidung, einer Kindergartengruppe, bis hin zu ueber Zeichnungen bruetenden alten Maennern und bloggenden deutschen Frauen ist alles vorhanden. Ein Zufluchtsort der Extraklasse 🙂.

Mir gegenueber sitzt Astrid. Nach dem Kaffeetrinken im Baked, wo es Kaffee mit Milchalternativen, Kunst regionaler Kuenstler und allerlei schoene Laeden mit individuellen Geschenken und Koestlichkeiten gibt. Darauffolgend waren wir im Dollarstore, um ein paar Kuechenutensilien zu besorgen und ein Verkleidungen. Es war lustig, denn wir beide hatten nicht so viel Lust darauf aber Stephen wuenscht sich, dass wir „etwas enthusiastic and cray“ sind und nun ja, why not? Wenn es ihm Freude bereitet. Gestern Abend waren wir am Hidden Beach, einer versteckten Bucht mit Sandstrand am Tagish Lake, die im Sommer maerchenhaft sein muss, haben ein Feuer gemacht (auf Stephens Art mitten auf dem Boden, ohne Steinkreis, mit Oel, was ich unbedingt aendern muss und werde…) und dann bin ich mit ihm im kalten Wind nackig in den kalten See gesprungen. Das mag fuer Aussenstehende komisch klingen aber es war rein gar nichts schlimmes dabei. Stephen ist anders. Er hat ein seltsames Verhaltnis zu Maennern und meidet sie, mit Frauen kommt er aus, was jedoch rein gar nichts sexuelles hat. All seine Volunteers berichten von tollen Erfahrungen auf Touren und seiner herzlichen Art. Er ist nicht gern allein, ja. Und er hat ein paar ungewoehnliche Verhaltensweisen, aber was solls. Wer ist schon normal? Ich habe beschlossen, diese Reise als Erfahrung mit Menschen zu sehen. Ich weiss, dass ich den Sueden liebe und hier kein dauerhafter Platz fuer mich ist. Ich weiss ebenso, dass ich die Menschen in und um Freiburg von ihrer Mentalitaet her liebe und auch die der weiter suedlich liegenden Nachbar- und Nachbarnachbarslaender. Und trotzdem. Es ist spannend, auf diese Reise zu den Menschen zu gehen. Bei jemandem zu leben, der einen komplett anderen Lebensstil pflegt. Andere Reisende zu treffen. Eventuell zehn Kilo aufgrund des ungesunden Essens hier zuzunehmen ist ein Uebel, was ich wohl in Kauf nehmen muss. Sich nur waehrend des Besuchs der Stadt im Schwimmbad duschen zu koennen (oder eben (noch) im eiskalten See). Mehrere Wochen lang mit anderen, wechselnden Menschen einen Raum zu Teilen. Es ist ok. All das sind Erfahrungen, welche mich lernen lassen. Ueber andere und ueber mich selbst.
Astrid und ich warten derweil auf die Franzoesinnen Priscilla und Lucie, die den Wagen haben, um Freunde zu besuchen. Astrid ist eine Berlinerin um die vierzig (schaetzungsweise, sie verraet es naemlich nicht) und ist nun seit drei Wochen bei Stephen. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn im Erwachsenenalter. Sie verreist regelmaessig allein, was ihrer Beziehung jedoch nicht schadet, im Gegenteil. 2012 ist sie den Jakobsweg gelaufen, die letzte Woche begleite sie ihr Mann. Die grosse, schlanke Frau mit den langen, dunkelblonden Haaren wird am Montag zurueck nach Deutschland fliegen. Die beiden Maedels bleiben bis zum 12.10., danach kommt Aline, Anfang zwanzig, aus der Schweiz glaube ich. Ich bin gespannt wer noch kommt. Und welche Dynamik entseht. Jetzt laeuft jedoch meine Pc Zeit ab. Ich wuensche Euch allen, wo auch immer ihr seid, gute Erfahrungen, so viel Gluck im Unglueck, wie ich es immer wieder habe und Vertrauen in die Welt und vor allem in Euch selbst. Bis bald.

Chilkoot Trail

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Vorwort
Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal in Kanada und arbeite für Kost und Logis für eine Familie, welche im Yukon ca. 60 km von Whitehorse Trekking- und Kanutouren anbietet und Cabins vermietet.

Den Chilkoot Trail habe ich gemeinsam mit dem Gastvater und Guide, einem Bordercollie sowie drei Gästen, welche auch seine Freunde sind, bewältigt. Die Männer sind schätzungsweise alle Mittvierziger. Wir haben den Trail eine Woche nach Schließung gemacht und waren somit immer die einzigen in den Camps, was luxuriöse aber auch etwas gruselige Verhältnisse für mich waren. Zuvor haben wir uns telefonisch (da der Trail geschlossen ist) registriert und uns an der Grenze in Alaska Aufenthaltsgenehmigungen für die USA für drei Monate besorgt (Kosten 6CAD), da wir einen Teilnehmer in Skagway abgeholt haben, der den wunderschönen White Pass mit der Eisenbahn gefahren ist. Zudem führt der Trail über die Grenze also Pass nicht vergessen!

Der Chilkoot Trail ist eine ehemalige Goldgräberroute und es finden sich auf dem Weg allerlei Informationen zu den einzelnen Camps, ehemaligen Städten und Geschehnissen. Da diese Infos zuhauf im Internet zu finden sind und ich sie hier nur wiedergeben würde, verzichte ich darauf und beschränke mich auf meine persönliche Reiseerfahrungen und gebe hier auch mein Inneres Erleben wieder. Wer also einen geschönten Reisebericht sucht, ist hier eventuell falsch.


Aus Datenschutzgründen werde ich bei diesem Bericht keine erkenntlichen Bilder und Namen von Personen teilen. Bitte habt Verständnis.

Tag 1 (12.9.17) Dyea – Finnegan’s Point – Canyon City

Wir kommen gegen Mittag in Dyea an. Vollgepackt mit allem, was man so braucht um in der kalten Jahreszeit zu wandern, geht’s los. Der Weg führt durch urigen und üppigen Regenwald und ich genieße die ungewohnt feuchte Luft hier, denn im Yukon musste ich mich erst einmal an die trockene Luft gewöhnen. Alles ist grün, moosig, matschig. Schön! Die Männer marschieren zügig und damit wird schnell klar, dass dies nicht so sein wird, wie ich es üblich handhabe zu wandern. Ich bin gespannt.

Zwischendurch passieren wir immer wieder kleine Brücken und Stege und ich verfluche jetzt schon die rutschigen Sohlen meiner undichten Wanderschuhe. Naja..

Gegen Nachmittag kommen wir in Canyon City an, wo ich mein Zelt direkt am Fluss aufbaue.

Nach dem Abendessen geht es früh ins Bett. Ich schlafe schlecht, träume von räuberischen Bären und wache oft auf.

Tag 2 (13.9.17)  CanyonCity – Pleasant Camp –  Sheep Camp
Heute nach nur 8,5 km Sheepcamp am frühen Nachmittag erreicht. Im Gegensatz zu gestern fand ich es nicht anstrengend, ich bin auch kaum noch erkältet. Jetzt sitze ich an warmen Holzofen in einer der Hütten und der Hund döst zu meinen Füßen. Der Weg heute war wundervoll, moosig, viele Pilze und Flechten, unzählige, mir unbekannte Pflanzen. Wirklich schön, wenngleich wir für meine Verhältnisse ziemlich sportlich unterwegs waren. Und jetzt haben wir hier umso mehr Zeit aber so ganz allein traue ich mich nicht in dem Wald, nach der letzten Bärentraumnacht.. mit den Männern ist es eigentlich ganz nett, auch wenn es für mich immer noch sehr schwierig ist, einzuschätzen, was Spaß und was Ernst ist und manche „Witze“ finde ich definitiv nicht lustig.. und dann kommt natürlich der Respekt (und vielleicht auch ein wenig Angst) vor dem Guide hinzu. Aber das ist mein eigenes mich unter Druck setzen. Ich frage mich, wie es geworden wäre, wenn die Gastmutter den Trail (wie ursprünglich geplant) geleitet hätte. Sie fehlt mir.

Nach dem Abendessen sitzen wir zusammen vor dem Feuer in der Cabin. Nach mehrmaligem Ablehnen probiere ich den Whisky doch, er schmeckt gut aber ich mag trotzdem nicht mehr. Ich lausche den Gesprächen der Männer und während ich ins mich stets faszinierende Feuer starre, rauschen vor meinem inneren Auge unzählige, unvergessliche Momente vorbei. Lagerfeuerabende mit den Wildniswanderleuten, singend und mit toller Stimmung. Leos Geburtstagsfeuer, welches mich zu meinem ersten Cello führte, Feuer mit Leo und Marc im Spanien am Strand und ich dann später allein dort schlafend, im Regen und doch geschützt unterm Tarp auf einem Felsbrocken, das Rauschen der Wellen in den Ohren. „Mein“ Minifeuer in Portugal, das erste Feuer mit Moritz am Rhein, dann, ein andermal mit Marc und ihm am Ruhrsee, versteckt hinter Schieferplatten, die springen konnten. Wir schliefen trotzdem daneben. Es war uns egal. Feuer. Ich liebe es.


Heute schlafe ich auf einer Bank in der offenen Gemeinschaftshütte, von meinem Platz aus kann ich den Sternenhimmel sehen.

Ich bin gespannt auf die Überquerung des Passes morgen..

Tag 3 (14.9.17) Sheep Camp – The Scales – Chilkoot Pass (1067m) – Happy Camp – Deep Lake


Ich bin tot.
Heute morgen ging es nach einer kalten Nacht gegen 8 los in Sheepcamp und was mich dann erwartete, war für mich glaube ich das anstrengendste, was ich je gemacht habe. Es ging über den Pass zum Gipfel, steil durch Steinwüste im Nebel. Ich glaube ich hatte selten so Angst im Leben. Meine Höhenangst gepaart mit dem Wind, der mich schwanken lies und der Rucksack der mich stets nach hinten zog, dazu die schlechte Sicht. Immer wieder fürchtete ich, die anderen zu verlieren, da ich sie kaum sah und ich bewegte mich nur kletternd, während die Männer fast durchgehend aufrecht über das Geröll wanderten. Ich kam mir etwas dumm und schwach vor aber das Gefühl am Gipfel war unglaublich.
Leider machten wir dort nur kurz Pause, für mich hatte das Stück für heute gereicht. Ich war so oft ausgerutscht und umgeknickt, dass ich nicht mehr wusste, was an mir überhaupt noch heil ist. Es ging weiter nach HappyCamp aber auch dort wollten die Männer nicht bleiben also weiter nach Deep Lake. Hier ist es tatsächlich schöner. Dort liege ich nun in meinem Zelt, draußen war es mir zu kalt, mit nassen Füßen, aber endlich liegend.

Ich habe Angst, dass ich morgen noch mehr Schmerzen habe und nicht laufen kann aber wegen der Bären kann ich mich jetzt abends nicht mit Voltaren einschmieren, das könnte sie anlocken. Ich stinke und es sind noch zwei Tage. Was gäbe ich jetzt einfach für einen warme Waschlappen und frische Wäsche? Ich muss schon sagen, dass ich nicht erwartet hätte, dass es so anstrengend für mich wird und auch nicht, dass die Kälte so einen riesigen Einfluss auf meine Leistung hat. Trotzdem bin ich stolz, auch wenn ich den Männern wohl ein Klotz am Bein bin. Vielleicht ist es aber auch ganz gut, dann können sie sich stärker fühlen 😉 und ich bin angespornt, über mich hinaus zu wachsen…Und es war ein sehr schöner Weg nach dem Pass. Der Nebel zog langsam über dem Gletscher weg und dann sah man oben den Schnee, auf der anderen Seite kam die Sonne durch und schien auf die grünen Gipfel in der Ferne, in der Mitte der nun nicht mehr felsige Weg, kleine Wasserfälle und dann der erste See. Später überall Blaubeerbüsche, welche den Weg säumten und der Ausblick auf weitere Seen, sogar zwei weiße Bergziegen in der Ferne. Herrlich. (Natürlich ging meine Handykamera genau da nicht..)

Wie mir Marc und Moritz fehlen, mit denen ich längst fünf Kaffeepausen in der Zeit gemacht hätte. Oder Leo, mit der ich auf jedem Gipfel erst einmal gesungen hätte. Oder Kristin. Ihr alle. Fehlt. Ich fühle mich fremd auch wenn die Männer auf ihre Art sehr nett sind, sie verstehen meine vegane Lebensweise nicht, auch wenn sie interessiert nachfragen, was aber immer wieder zu leichten Dikussionen führt und ich habe noch nicht gelernt, wie ich damit für mich gut umgehen soll. Aber es ist gut, auch wenn ich es gern viel mehr genießen würde. Ich lerne viel über mich, Menschen im Allgemeinen. Und es ist spannend, den Trail zu machen obwohl er geschlossen ist. Wir haben bisher nur einmal andere Menschen getroffen, gestern in Alaska, das waren aber Ranger. Luxus, den Trail so leer zu genießen und auch kein Regen bisher. Ich bin schon am richtigen Ort nur hoffe ich, dass ich die anderen nicht zu sehr verärgere und einfach nach diesen Tagen gut auf dem Hof anpacken kann ohne allzu viele Verletzungen.
Jetzt liege ich hier, höre die Stimmen meiner mir so fremden Begleiter im Hintergrund und fühle mich sicher, ich mag sie alle doch, und wenn jetzt ein Bär käme, wäre es mir auch grad egal (denke ich ;))

Ich warte, dass die Sonne untergeht, während ich dem lauten Rauschen des Windes lausche.

Tag 4 (16.9.17) Deep Lake – Lindeman City – Bare Loon Lake

Ich stehe viel zu früh auf. Ich hatte es so verstanden, dass wir um sieben aufstehen was wohl ein Missverständnis war. Ich kann diese Menschen noch nicht gut oder richtig lesen und fühle mich permanent unter Druck. Wie soll ich damit umgehen? Beim Frühstück möchte ich etwas erzählen, Berichte von den Füchsen auf Korsika und dem Fuchs, der mich nachts nicht in Ruhe lies. Bis auf einen glauben sie mir nicht. Und ich soll nicht so viele Schichten tragen, ich friere jedoch noch, da wir uns noch kaum bewegt haben. Die Männer haben ja die Erfahrung. Und ich, kenne ich meinen Körper etwa nicht? Und nur, weil ich viel Wissen von anderen und aus Büchern habe, ist das gleich falsch? Ich kämpfe mit den Tränen aber sage mir immer wieder, dass es vorübergehend ist und ich dabei etwas lernen soll. U d ich weiß, sie meinen es nur gut mit mir. Trotzdem. Es ist anstrengend. Und so ermüdend.. sicher nicht nur für mich, ich weiß..

Später frage ich nach einer zweiten Ibuprofen, gegen die Schmerzen im Knie, damit ich mithalten kann. Der Guide sagt, ich würde Tabletten in rauen Mengen schlucken. Dabei tue ich das nur, weil ich nicht will, dass ich noch mehr hinten dran hinke. Wer mich kennt, weiß, dass ich Tablettengegner bin. Aber er glaubt mir wohl nicht oder macht sich Sorgen, schließlich trägt er die Verantwortung…schwierig, wir kennen uns noch zu wenig und die Situation ist verzwickt. Ich sollte dem nicht zu viel Gewicht beimessen und lernen, mich nicht gleich angegriffen zu fühlen. Aber nun zum „Äußeren“ erleben:

Heute ist der Weg leicht, eine Weile kann ich vorne laufen. Die freie Sicht und das sonnige Wetter motivieren mich. Der Weg ist wunderschön, es geht noch etwas bergauf aber immer wieder Aussicht auf den See oder lichten Wald und abgerundete Felsen. Wenn ich vorne gehe kann ich singen. Später, in Bare Loon, werde ich weit zurück gehen, allein, und viel und laut singen.

 Und an die Menschen denken, die fehlen. Die mich kennen und verstehen. Ich sie singe so laut wie selten. Ich weiß, kein Bär wird mir etwas tun. Ich werde beschützt. Und egal wie das hier ausgeht, mein Weg wird gut. Egal wohin er führt.
Abends reden die Männer, als ich schon im Zelt liege. Über mich? Ich glaube es zu hören und schlafe nicht gut. Liege noch drei Stunden wach und wache später oft auf. Zu viele Gedanken.
Tag 5 (16.9.17) Bare Loon Lake – Log Cabin

Wir stehen gegen halb 8 auf, frühstücken. Gegen 9 geht es dann los. Zwischendurch müssen wir durch zwei schmale Flüsse, den Männern reicht das Wasser bis knapp übers Knie, ich gehe barfuß und in Unterhose, die trotzdem nass wird. Egal, heute muss es nicht mehr warm werden, es ist die letzte Etappe. Und irgendwie fühlt es sich gut an, das eisige Wasser. Meine Wanderschuhe sind schon vorher nass geworden, deshalb laufe ich mit Barfußschuhen. An sich kein Problem, beim Laufen werden die Füße warm, ich liebe die Schuhe, aber der Rest des Weges führt auf Bahngleisen entlang und nach knapp 9km macht das keinen Spaß mehr.
Gegen 12 kommen wir in Log Cabin an, wo der Van auf uns wartet. Ich freue mich auf die Gastmutter. Und die Kinder. Und die Tiere. Nur nicht auf den Hahn. Na gut, vielleicht ein bisschen..

Reisetagebuch Yukon-Vancouver-Island Teil 1 

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Nach einem turbulenten Start (Handy in Deutschland vergessen) und einem ebensolchen Flug (ich hatte mich, warum auch immer zwei Mal auf der Bordtoilette übergeben), dafür mit nettem Sitznachbarn und atemberaubender Sicht auf die Eiswüste Grönlands, kam ich nach knapp 9,5 Stunden in Whitehorse, Yukon, an, wo mich Robert abholte. 

Wir fuhren noch einkaufen und dann lernte ich den Rest der Familie kennen. Carmen und die drei Kids im Alter von 5, 10 und 12 sowie 8 Hunde, 2 Pferde, Hühner und ein äußerst unsympathischer Hahn, ein hingegen sehr sympathischer Esel, zwei Wachteln und drei Hamster. Ich darf in einer wunderschönen ‚Cabin‘ mit Holzofen nächtigen, umgeben von Bergen, Bäumen und alles grenzt an den wundervoll mächtigen Wheatonriver, indem ich heute morgen bereits sehr kurz (meine Beine spürte ich danach für einige Zeit nicht mehr) ein Bad zum Wachwerden nahm. Der Jetlag macht sich bisher kaum bemerkbar, auch wenn ich heute Nacht mehrmals wach war, habe ich den Tag und meine bisherigen Aufgaben gut überstanden. Ich genieße die Arbeiten (Tiere misten, füttern, auf die ‚Koppel‘ (den Wald) führen und sogar das Einsammeln des Pferdemist auf dem weitläufigen Gelände), denn die Arbeit macht Sinn und die Umgebung, der kühle Herbstwind und die trotz allem vorhandene Ruhe sowie die herzlichen Menschen tun wahnsinnig gut. Die Tage möchte ich gern einmal hier laufen gehen, natürlich nicht ohne Bärenspray. Morgen, wenn die Kids in der Schule sind (heute hatten sie frei), kann ich Carmen und Robert, falls das Wetter mitspielt, bei einer kleinen Kanutour begleiten. Ich bin genau für richtigen Zeit am richtigen Ort. Schön! Und jetzt gibts gleich Abendessen…