„Zu Hause“

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Ein „zu Hause“- was bedeutet das? Ich weiß es nicht. Alles, was ich weiß, ist, dass ich mein Lebtag verzweifelt auf der Suche danach war. Und immer wieder schien es zum Greifen nah und doch, entwischte es meinen Händen immer wieder, gerade dann, wenn meine Fingerspitzen es berührten. Es gab auch das ein oder andere Heim, das mich einzufangen versuchte, doch ich lief immer rechtzeitig davon, denn es fühlte sich nie echt an, egal wie gemütlich es oberflächlich erschien, es war nicht das Richtige.
Und dann, urplötzlich, da fand ich einen Ort, ganz zufällig, den einen, wahren Ort. 

Er war auf einmal da, am Weg, ganz unverhofft. Er war auch nicht so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, egal welche Version ich schon durchgesponnen hatte, nein, es war eher ein unfertiger, chaotischer Ort und doch so ruhig, sicher und warm. Und ich hörte auf zu denken, zum ersten Mal, und ich war daheim. Bei Dir. 

Jetzt bist Du dieser Ort, und Du bist es mit mir, Wir sind dieser Ort. Alleine gibt es ihn nicht. Doch wieder entrinnst Du meinen schwachen Händen, denn Du willst oder kannst nicht, und ich möchte nichts erzwingen und so bleibe ich eine heimatlose und ziehe weiter. 

Doch immerhin weiß ich jetzt, dass ich ein Zuhause habe und irgendwann, wer weiß, darf ich einkehren. Und dann werde ich diesen Ort pflegen und schützen mit allem, was ich habe und ich werde eine Löwin sein, denn ich bin stark. Wenn Du mich lässt. 

Heute 

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Heute,

bei Vollmond.

Nach einem Tag voller Sonnenstrahlen, Musik und Tanz, dem Erfinden neuer Melodien, umgeben von Freunden und Frühlingsrauschen, kehre ich heim. 

Und jetzt, da ich hier liege und mit ihm rede, über Liebe, da muss ich mir eingestehen, dass Du immer noch fehlst. Und ich vergessen habe, was Liebe meint. 

Ich lese die Worte von seinen Lippen, doch meine Ohren bleiben taub.

Heute,

bei Vollmond.