Monster

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Wenn meine Monster wiederkommen, ganz plötzlich und unerwartet, dann erinnere ich mich einfach daran, wie klein sie alle geworden sind und höre auf, sie zu zählen, weil dies sinnlos ist. Ich stehe auf und sage: ich hab euch gesehen und jetzt dürft ihr wieder gehen. Dann verteile ich Kekse und gehe weiter, während die Monster nun an Kekskrümeln nagen anstatt an mir und in der Ferne langsam aber sicher immer kleiner werden, bis sie schließlich weggeschrumpft sind. Und alles ist gut. Bis auf, dass die Kekse leer sind aber das werd ich auch noch überleben!

Licht und Kloß

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Der Kloß, der wächst und wächst und wächst. Sich ausbreitet, bis die Ausmaße eines grenzenlos scheinenden, schwarzen Loches erreicht sind. Tief in meiner Brust sucht er sich Raum.

Doch er kann nicht hier einziehen, denn es bleibt steht’s ein Funken, dessen zuhause ich bin und bleibe und ich weiß, dieser war schon Feuer, groß und allumfassend und um ein Vielfaches mächtiger als die Schatten in mir. Und ab und an entzündet sich dieser Funken zu einem immensen, unendlichen Licht, welches immer siegen wird.

Flu(ch)t und Ebbe

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Flut  

Manchmal flüchte ich. In mich. Vor mir. Von hier.  

Verkleide mich und setze ein neues Gesicht auf,

versteck mich damit vor mir, vor ihnen, vor allem(,) vor dir.

Hier im Labyrinth, verschwinde ich und dort kannst du mich suchen, versuchen, mich zu erkennen, zu finden, während ich perfektioniere zu verschwinden um mich kurz darauf neu zu erfinden, unsicher mich überwinde nicht mehr unsichtbar zu sein.  

Manchmal..  

Manchmal igle mich ein. Mach mich ganz klein und verkrieche mich. Scheuklappen ran. Ohrstöpsel rein.  

Ich will sie nicht sehen, die Bilder. Noch hören die Worte. Orte. Geschichten. Sie ziehen vorbei. In mir nur ein Brei aus Angst. Leid. Und Wut.  

Schon gut. Schscht! Beruhig dich, komm zu dir, nur Mut!  

Nein!!! Mehr darf hier nicht rein!! Stopp! Stoppt die Flut!  

Stille.  

Manchmal da flüchte ich.

Aus mir heraus. Bin außer mir, schreie. Und tobe. Und rase. In Rage.  

Kämpfe mich bis an den äußersten Rand, kratze die Farbe von der Wand und schlage ein Loch hinein, tauche ein in das Loch und verlier mich, falle mit lautem Gebrüll in die Scherben und Asche, wühle im längst erloschenen Feuer und lärme wie ein Ungeheuer.  

Ungeheuer wird mir dann selbst vor mir und ich verstumme.

Lausche dem Echo meiner Schreie, lausche und warte.. warte  

Bis ich mir dann manchmal auch wieder verzeihe.   Mich hege und pflege, die Wunden verarzte, auskühle, verbinde, mich suche und finde und mir dann vergebe.   Um neu zu beginnen, Scherben aufzulesen, Staub wegzupusten, mich neu zu besinnen.  

Dann   Erneut zu warten, kurz durchzuatmen Bevor…  

Die Erinnerung kommt, verlässlich zurück, Flutartig, schnell und mit Wucht, wie ein Bumerang. Und manchmal, da dauert es, da schleicht sie sich an.   Ich flüchte vor ihr, vor dem meinen in Ihr.

Manchmal da flüchte ich, dennoch bleibe ich hier.  

Und gleichzeitig, da schäme ich mich. Denn du flüchtest auch. Und das nicht vor dir.

Ebbe  

Es ist alles ruhig. Leicht senkt sich die Erinnerung.

Legt sich. Über und unter und um mich herum. Umhüllt.  

Still schweigt der Vogel während er weiter fliegt. Aus dem Käfig. Dem Fenster der Zeit.

Schwebt und segelt. Befreit.  

Einst verfangen, im Netz. Gedanken. Geschichten.

Sie sind vergangen. Gelöst. Weggetrieben.

Während wir, dort geblieben, Weiter schweigen und dichten.