Kehrtwende

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So viel ist gesagt und noch mehr nie ausgesprochen.

Wir liefen und liefen, pausenlos aufeinander zu, immerzu, in verschiedene Richtungen und plötzlich blieben wir stehen. Und haben doch nie inne gehalten.

Nun wundern wir uns, dass wir auf der Stelle treten und nicht weiterkommen, immer nur dorthin zurück, wo wir schon zu oft waren.

Und seltsam, auf einmal fühle ich es nicht mehr.

Dieses Verliebtsein, es ist weg. Einfach still und unbemerkt und so unfassbar plötzlich, verschwunden.

Ich weiß, vermutlich ist es noch in der Nähe, gespannt und hoffnungsvoll wartend, gesucht und gefunden und dann wiederbelebt zu werden.

Und ich weiß auch, dass das immer so ist und es einen braucht, der losgeht, es zurück zu holen.

Doch ich bin mir nicht sicher, und das ist es, was so seltsam anders ist, ob ich mich abermals allein auf den Weg machen möchte, dieses Verliebtsein mit all meiner Kraft aufzulesen, aufzuwärmen und dann huckepack nach Hause zu tragen. Ob mein zu Hause, dieses zu Hause in mir, immer noch seines und somit auch Deines sein soll.

Nein, ich glaube, das möchte ich nicht.

Zumindest nicht so.

Liebe

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Keine passenden Worte
Nur Leere
Für das, was Du hinterlässt.
Wieder zu hoch geflogen, obschon ich dieses Mal ganz tief startete, wohl wissend, wie schmerzhaft der Aufprall nach dem Fall ist.
Doch Du ließest mich immer höher steigen, bis ich den Boden unter den Füßen verlor
und den Blick, für Deine Wahrheit.

Meine ist und bleibt Liebe. Du.
Wie gern hätte ich Dir mein Leben geschenkt. Mit Dir Leben geschenkt. Atemzüge geteilt, bis zum Schluss. Liebe.

Dieses Mal

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Dieses Mal ist es wahr.

Ich spüre es. Ich spüre Dich. Und seit langem spüre ich auch wieder mich selbst.

Bei Dir kann ich sein, wie ich bin. Mit Dir bin ich. Angekommen.

Ich versuche unbedarft zu sein. Angstbefreit. Hoffnungsvoll erwartunglos.

Und es gelingt mir, meist. Doch Du weißt, wie es um mich steht und was mich immer wieder umtreibt. Du siehst, was mich schlaflos sein lässt und in mir von Zeit zu Zeit wie ein Sturm auflebt. Und all das mühsam geordnete durcheinander wirbelt.

Wir sind so viel weiter als damals, so viel näher an uns. Individuen und doch irgendwie eins.

Und ich möchte Dich frei lassen, mit Dir loslassen und leicht sein. Das sein, was wir schon immer waren und immer noch sind.

Wundersam unbegreiflich. Untrennbar verbunden.

Verzeih mir, falls mir dies nicht immer gelingt. Aber ich verspreche Dir eines, und dieses Mal ist es wahr;

Ich werde nicht müde werden. Ich werde nie müde werden, zu lieben.

Wir

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Wir, das ist Schwimmen bei Regen und Lachen ohne Grund.

Das ist sich einfach so gemeinsam aufs Leben stürzen, wild drauf los rennen und sich zwischendurch verlaufen.

Wir, das ist auch stolpern und fallen aber vor allem wieder aufstehen, nach sich selbst und sich gegenseitig ins Innere sehen und hinterfragen, das ist sich tragen und halten aber gewiss nicht alles ertragen müssen.

Wir, das ist Wagemut und Bindungsangst.

Das ist sich aneinander klammern ohne festzuhalten, das ist sanft wieder loslassen und sich einlassen; auf Menschen, Gefühle und Orte.

Und dann manchmal auch wieder Rückzug. Still sein inmitten lauter Worte.

Wir, das ist laut lachen, trotz oder gerade wegen der anderen.

Das ist das machen, was das Kind in uns sagt und zwar ohne den Erwachsenen, der mahnt.

Das ist auch ab und an wieder ganz ernsthaft sein, zwischen den Zeilen, sich vorsichtig nähern und zumindest versuchen, die Angst zu vergessen.

Und nichts mehr zu verfluchen sondern gemeinsam auf die Suche gehen nach..

Nach uns.

Denn wir, das ist bekanntes Neuland.

Wir das sind in der Fremde Verwandte, die irgendwie anders und deshalb gleich und doch verschieden sind.

Wir, das ist Wind im Haar und Salz auf der Haut. Sand zwischen den Zehen und feuchtes Gras unter den Fußsohlen.

Du und ich das ist jetzt, das ist hier.

Zwei Köpfe, zwei Körper, zwei Seelen. Ein Gefühl, das sind Wir.

Halt(en)

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Manchmal wünschte ich, wir wären uns viel früher begegnet.

Ich hätte Deine Hand gehalten und Du, Du hättest es geschehen lassen.

Wir wären beide ängstlich gewesen, ob der unbekannten Straße, doch ohne Zweifel. Und wir hätten es gemeinsam betreten. Dieses wundersam unbekannte Lebenslabyrinth.

Jetzt sind die Wege, die wir kennen, oft gefühlte Kreise. Oder sie sind so voller umgestürzter Bäume und eindrucksvoll hoher Mauern, dass wir meist umkehren. Allein. Denn die Räuberleiter war ja nicht da.

Ich weiß nicht, was es ist, das mich glauben lässt, an uns.

Doch weißt Du, wir sind stärker geworden und die Hürden kleiner. Und meine Hand, die strecke ich Dir immer noch entgegen. Genau Dir!

Mit zitternd offenem Herz und einen Lächeln auf den Lippen.

Farbenblind

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Du hast mir ein buntes Bild gemalt

In all meinen Lieblingsfarben

Ich hab es gesehen und doch erst gestern entdeckt,

dass sich unter all deinem Bunt so viel Graues versteckt

Du sangst mir ein Lied in meiner Lieblingsmelodie

Und ich hab fasziniert zugehört

Dass Dein Lied nie Deines war, nur eine Kopie,

Das ist, was mich jetzt täglich so stört

All die Bilder, alle Farben, die Geschichten, die wir teilten

Waren doch nur leere Worte, die Mich hinterrücks ereilten.

Ich, naiv und bedürftig, habe alles geglaubt, hab Dir einfach vertraut

und dabei blind von Liebe und Hoffnung, meine Zukunft blauäugig auf einen Sandkasten gebaut.

Jetzt sinken wir täglich mehr darin ein und ich weiß nichts nur dieses,

das hier nennt sich nicht Glück.

Und ich versuche weiter zu atmen, während wir uns nicht bewegen

und wünsch mir mein wild schlagendes Wolfsherz mehr als alles zurück.