(N)Iceland- Liebe auf den ersten Blick

Standard

4.12.17

10:45pm

Ich liege auf einer Couch im Stadtteil Kópavogur. Aus der Küche klingt leise Gitarrenmusik. Draußen schneit es und es kommt mir auffallend ruhig vor. Vermutlich ist es einfach der Kontrast zum nie schlafenden Vancouver, dem ich gerade erst entsprungen bin.

Tag 3 im Island neigt sich dem Ende zu und ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, zu erzählen.

Wie mir bereits von einigen Freunden prophezeit wurde, liebte ich Island vom ersten Moment als ich dessen Boden betrat, an. Vielleicht sogar schon davor, im Flugzeug, als der fast volle Mond den Nordpazifik und die Insel kurz vor unserer Landung in gleißendes Licht tauchte.

Es war 6am vor Ort und nach einer fünfzig minütigen Fahrt mit den Flybus kam ich in Reykjavik an, wo mich ein frischer aber angenehmer Wind und mein erster Host empfingen. Der Mittvierziger Subhash arbeitet als Arzt in Reykjaviks Krankenhaus und kommt ursprünglich aus Indien. An den Jetlag ausschlafen war nicht zu denken, denn erst unterhielten wir uns ziemlich lange und dann ging ich gleich spontan mit Sebastian aus Schweden und Harald aus Norwegen auf Entdeckungstour. Beide sind zum Arbeiten nach Island gekommen, der eine für seine Firma, der andere, um ein Buch zu schreiben.

Zu meinem Glück schien die Sonne herrlich und im Gegensatz zu dem Jungs fand ich das Wetter fast sommerlich bei plus 5 Grad. Wir fuhren ein paar typische Plätze an, wie die das geothermale Gebiet im Südwesten, wo wir dem aktiven Geysir Strokkur beim ausbrechen zusehen konnten. Seine Wassersäule wird bis zu 35m hoch. Auf dem Video seht ihr wie lustig auch alle freuen. Nachdem jeder sein Foto hatte würde es auf einmal ganz leer 😉

Danach ging es zum Gullfoss Wasserfall, der dem Fluss Hvítá entspringt. Die gefrorene Landschaft drum herum brachten uns ordentlich zum Staunen (und rutschen ;).

Abgerundet wurde der Tag mit einem Bad in der Secret Lagoon im Ort Flúðir, welche so secret gar nicht ist. Schön war es trotzdem, auch wenn ich mehr der Kaltwasserfan bin.

Nachts dann kochte ich noch und aß mit Subhash und später bekam er noch Gäste und so musste mein Jetlag weiter warten auskuriert zu werden. Es ist echt erstaunlich, denn auf dem Weg nach Kanada hatte ich nicht damit zu kämpfen aber das ist wohl typisch. Wer mehr hierzu erfahren will, schaut hier.

Am nächsten Tag wollte mir Subhash die Stadt zeigen, also liefen wir etwas herum, besuchten die Harpa und schlenderten umher.

Später erkundigte ich selbst noch etwas die Gassen und plante dann die nächsten Tage und packte, da ich zu einem anderen Host wechseln sollte. Davor traf ich noch Lauren über „Hangouts“ im Café Paris.

Wir unterhielten uns sehr gut über alles Mögliche, der halb Belgier halb Isländer lebt schon immer auf Island, ist schon viel gereist und spricht sehr viele verschiedene Sprachen. Er bot mir an, dass ich auch bei ihm bleiben könnte, was sich als echter Glücksfall herausstellte. Bei meinen geplanten Host stand ich nämlich um 11pm vor verschlossenen Türen und so ging es zu Lauren, wo ich mich sofort wohl fühlte. Am nächsten Tag borgte er mir auch gleich sein Rad und so fuhr ich an die (den?) Elliðaár, einen Fluss, welcher durch das Tal Elliðaárdalur fließt.

Dort erkundete ich die Landschaft dann zu Fuß, welche von Vulkangestein, geformt durch menschliche Wiederaufforstung zahlreiche Birken, Föhren, Tannen und Fichten beherbergt.

Die Gelb- und Grüntöne der umgebenden Gräser, Moose und Flechten im Kontrast zu den teilweise vereisten Wegen wirken zugleich surreal und könnten doch natürlicher nicht sein.

Gänse positionierten sich fliegend über mir und bereiten sich auf eine Reise vor.

Auf dem Rückweg begegne ich in der Dämmerung ein paar verwilderten Kaninchen, die sich sogar anfassen lassen.

Es ist bereits (oh Wunder ;)) dunkel, als ich zum Schwimmbad Laugardalslaug fahre, nur um dort festzustellen, dass ich meinen Geldbeutel vergessen habe (im Nachhinein aber auch ein Glück, dazu im nächsten Beitrag mehr), dann zum geothermalen Strand Nauthólsvík. Auch die Nutzung dessen ist im Winter kostenpflichtig und da es in einer Stunde schließt, beschließe ich, dass 600kr dafür zu viel sind und fahre im Dunkeln “nach Hause”. Der Weg ist trotzdem wunderschön und der Tag damit durch und durch gelungen.

Im nächsten Beitrag möchte ich euch Tipps zum Low Budget Reisen in Island geben. Tatsächlich geht das mit ein paar Ausnahmen ganz gut.

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