Die Möglichkeit

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Du musst mich nicht verstehen. Geschweige denn begreifen.
Ich bin nicht wie du. Ich habe andere Zeiten. Gefühle. Wege. Schranken.
Du musst mich nicht verstehen. Meist begreife ich ja selbst nicht.
Dennoch,
ich möchte Dich verstehen. Und dann möchte ich begreifen.
Du bist nicht wie ich. Du hast andere Zeiten. Gefühle. Wege. Schranken.
Das verstehe ich. Das kann ich begreifen. 
Und manchmal, da überschneiden sie sich. Unsere Zeiten. Gefühle. Wege. Schranken.

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An die Welt in uns (ein Liebesbrief)

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incredibly bad translation below

Mein Sonntag begann recht unerwartet um 5:55 Uhr, als mein Wecker mich nach den schönsten Nachträumen des samstäglichen Tanzens riss. Da dies natürlich auf ein Missverständnis aufgrund nicht kommunizierter Absprachen zwischen Wecker und mir zurückzuführen war, konnte hier niemandem ein Vorwurf gemacht werden, allerdings konnte ich auch nicht mehr einschlafen und döste so vor mich hin, bis ein Freund mich abholte, um mit mir und zwei weiteren lieben Freunden auf den Schauinsland zu fahren. Wir redeten viel, saßen in der Sonne und spazierten auch etwas umher. Ich genoss unsere durchaus auch kritischen Gespräche und die Nähe der viel zu selten Gesehenen.

Später beschloss ich, anstatt wieder mit hinunter zu fahren, den Weg nach Freiburg zu Fuß zu beschreiten. Genau diesen Weg möchte ich jetzt mit euch teilen. Und da ich mir für euch wünsche, dass ihr wirklich teilhaben könnt, wechsle ich jetzt zum Präsens :).
Ich verabschiede mich von den anderen. A. gibt mir Geld für die Straßenbahn, damit ich später in Freiburg nicht noch eine Stunde durch die Stadt laufen muss. Wir umarmen uns, dann trennen sich unsere Wege. Ich gehe auf einen Wegweiser zu. Kybfels, 7,5 km. Klingt doch gut und fast um die Ecke, denke ich und laufe durch den Schnee in die angezeigte Richtung bergauf. Nach circa zehn Minuten kommt ein weiteres Schild, dass genau in die Richtung zeigt, aus der ich komme. Neue Wegführung steht da. Der Weg vor mir gefällt mir jedoch besser. Nur Schnee und Tierspuren, keine menschlichen. Ich mache ein letztes Bild, dann verabschiedet sich der Akku meines Smartphones. Gibt es dafür eigentlich ein offizielles deutsches Wort? Naja, mein Alleskönnerhandy, das über GPS, Kompass, Fotoapparat, Notizblock und nicht zu vergessen Telefonfunktion verfügt, macht jetzt Pause und irgendwie spüre ich, dass das genau das ist, was ich gerade brauche.

Vor mir befindet sich eine unendliche Schneedecke, gesäumt von eingeschneiten, kleinen Tannen, Erhebungen, welche vermutlich umgestürzte und eingeschneite Baumstämme sind und unzählige Spuren von Fuchs, Hase und Co. Ich folge den Spuren, welche mehrfach in dieselbe Richtung führen und denke mir, dass die Tiere schon wissen, wo es lang geht.

Zwischendurch tauchen dann auch nach und nach weitere Spuren auf, noch mehr Füchse, ein Eichhörnchen, Maderartige und Rehe. Manche der Spuren kreuzen den „Hauptpfad“ und manche führen im Kreis oder wild hin und her. Sie erzählen unzählige Geschichten und ich muss lächeln beim Gedanken an das letzte Wochenende, als ich mit 24 Wundermenschen dasaß und wir uns halbwahre Geschichten über Spuren im Schnee erzählten und Theater zu unseren Worten und dem Klang der Gitarre spielten, lachten und einfach wir waren…

Ich laufe weiter. Zwischenzeitlich verlieren sich die Spuren und ich folge nur einer einzelnen. Ich versinke teilweise bis zur Hüfte im Schnee und bereue es etwas, dass ich nur eine Cordhose und Wanderschuhe trage, der Schnee ist bereits in meine Schuhe gelangt aber ich denke mir, dass es ja trotz nasser Socken warm ist, solange ich mich bewege. Ich komme an mehreren Felsen vorbei. Es ist atemberaubend. Ich habe eine wunderbare Sicht über die verschneite Landschaft, keine Menschenseele weit und breit. Nur ein paar Vogelstimmen und das sanfte Fallen des Schnees von einigen überladenen Tannen und Fichten, klingen hin und wieder an meine offenen Ohren.

Der Himmel hat sich inzwischen mehr und mehr zugezogen und verschiedene Stratus- und Cumuluswolkenformationen malen regelrechte Kunstwerke an das sich stetig neu erfindende Himmelszelt. Kein Foto dieser Welt könnte festhalten, was dieser Moment beinhaltet, denke ich, während dieses Bild in mir für immer verankert wird.
Etwas später mache ich eine kurze Pause und genieße die baumgefüllte Leere um mich herum.
Ich laufe weiter, auf einmal taucht eine vermutlich schon mehrere Tage alte Menschenspur, begleitet von einer Hundespur, scheinbar aus dem Nichts vor mir auf. Ich lasse meiner Fantasie freien Lauf und spiele ausgelassen mit Gedanken an einen umherziehenden Freigeist (natürlich sehr attraktiv, jedoch etwas verschroben, mit vollem Haar und viel Bart ;)) begleitet von einem wilden, charakterstarken Hund oder gar Wolf, den ich hier treffen könnte, und grinse in mich hinein. Ich folge der Spur und sie führt mich nach einiger Zeit zu einem Hochsitz, an dessen Fuße sich unzählige Wildschweinspuren befinden. Ein Förster also. Mit Hund. Meine wirr-wilden Gedanken gefielen mir besser. Nun ja, ich kann sie ja jederzeit weiterspinnen. Das ist das schöne am Kopfkino.
Nach dem Hochsitz teilt sich der Weg. Ich laufe kurz in die eine Richtung, halte inne und orientiere mich dann neu, doch in die andere Richtung. Der innere Kompass wird schon funktionieren. Da ich mich mitten im Wald befinde, kann ich auch nirgendwo herunterschauen, ob ich Freiburg entdecke und die Tierspuren sind schon bald auch kein guter Wegweiser mehr, da ich die Schneegrenze nach und nach über mir lasse. Nur etwas Matsch und ein paar Rehspuren.

Ein Geräusch reißt mich aus meinen Gedanken. Aus dem Dickicht fliegt ein schimpfender Sperber oder ein Habichtweibchen auf. Den Ruf möchte ich später noch recherchieren. Habichte sind sehr selten zu beobachten, das wäre natürlich wunderbar, wenn ich tatsächlich dieses Glück hatte. Da ich bisher keiner Menschenseele begegnet bin, vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich, denke ich und kurz darauf schon gelange ich an einen Weg mit gelber Raute.
Ich habe ihn also wieder erreicht, den Rand der Zivilisation. Komisch, nach dem letzten Wochenende fand ich nicht einmal die Vorstellung, hier im Wald, ohne funktionierendes Telefon, übernachten zu müssen, beängstigend. Wir haben bei minus 8 Grad draußen geschlafen, natürlich gewärmt vom vorigen Feuer und der Mondscheinwanderung, gespickt mit tiefen Gesprächen, leichtem Lauschen und kleinen, untergründigen Neckereien. Okay, ich muss zugeben, dass der warme Schlafsack und das Tarp über B. und mir auch ihren Teil zur Wärmeisolierung beigetragen haben, aber eine Nacht hier würde ich auch überleben, immerhin habe ich eine Isomatte und Tee dabei. Und Schreibzeug.

Das wars dann aber auch schon. Und morgen ruft ja die Arbeit.
Der Gedanke ist trotzdem schön und stärkend, so wie es die Tage mit diesen tollen Menschen in der Natur waren, und das zählt doch im Endeffekt, oder?.!.

Ich verpasse vor lauter Gedankenschwelgung eine Kreuzung und laufe wohl wieder einen Umweg. Was für ein Wort. Umwege lohnen sich ja meist, denke ich und beginne zu singen. „Verschwende deine Zeit, Du wirst schon sehen, wohin das führt…“ von Gisbert. Wieder muss ich lächeln. Diesmal denke ich an M., mit seinem liebevollen Blick und W., mit seiner Engelsgeduld, wie wir mit Cello, Gitarren und, ganz wichtig: Rassel ;), in der untergehenden Sonne am Seepark standen und zum Klang der Instrumente sangen. So viele liebe Menschen um mich. So viele Bilder und Gefühle in mir. Und das sind nur die der letzten eineinhalb Wochen. Die Welt in uns endet nie.

Später. Ich höre die Straße näher kommen und beschließe, den Weg abzukürzen, da ich gerne noch etwas Sonne genießen würde. Ich laufe wieder querfeldein, wieder folge ich einem Tiertrampelpfad und wieder beneide ich diese Tiere um ihre vier Pfoten. Als dann Brombeersträucher auftauchen,bin ich dann doch ganz dankbar für meinen Zweibeingang und meine Schuhe.

Ich komme tatsächlich kurz vor Günterstal aus dem Wald und fast wie auf mich wartend steht dort eine Bank neben einer Quelle, die sanft vor sich hinplätschert. Ich setze mich und kurz darauf kommt ein Mann mit seinem Zwergschnauzermix, der auf den unglaublich passenden Namen Rasputin hört, vorbei und fragt mich, während ich ein paar Gedanken auf mein Papier notiere, ob ich einen Liebesbrief schreibe. Ich verneine und erzähle ihm kurz von den schönen Dingen, die ich gesehen habe und er erzählt etwas über Gelder, die die Stadt seiner Meinung nach für Radwege verschwendet. Nachdem er weiter gegangen ist denke ich, doch, ich schreibe einen Liebesbrief.

Einen Liebesbrief an die Natur.

Und an Wundermenschen.

Und an die Welt in uns.

To our inner world (A love letter)

My Sunday quite unexpectedly began at 5:55, when my alarm clock yanked me to the most beautiful dreams of dancing yesterday. Because of this, of course, was due to a misunderstanding due to not communicated collusion between clock and me, a complaint could be made here anyone, however, I could not sleep again and I just layd around, until a friend picked me two other friends up for a visit on the Schauinsland. We talked much, sat in the Sun and walked a bit around. I enjoyed our conversations and the closeness of much too rarely seen friends.

Later, I decided to tread the path to Freiburg on foot, instead of driving down again. I now would like to share with you exactly what I’ve experienced. And because I hope for you that you can really have a part, I switch now to the present tense :).

I say goodbye to the others. A. gives me money for the tram so I later won‘t have to walk an hour through the city. We hug each other, then they leave. I’m going to the guiding sign. Kybfels, 7.5 km. Sounds good, I think, and almost around the corner, and so I walk uphill through the snow in the indicated direction.

 

After about ten minutes, a further sign comes, which shows in the direction I come from. A new guidance is there. However, I prefer the way before me. Only snow and animal tracks, nothing human. I  shoot the last picture, then I say goodbye to the battery of my smartphone. Is there an official German word for it? Well, my all-rounder phone with GPS, compass, camera, Notepad and not to mention –  the telephone feature -, takes a break now and somehow I have a feeling that this is exactly what I just need.

Before me an infinite snow cover is lined with small FIR trees, hills, which are presumably fallen and covered up tree trunks and countless traces of Fox, Rabbit, and co., I follow the tracks that lead several times in the same direction and think to myself that somehow the animals know where to go. 

In between, then also after more traces emerge, more foxes, a squirrel, and deer. Some of the tracks cross the „main path“ and some lead in the district or wildly back and forth. Countless stories and I have to smile at the thought of the last weekend, as I was sitting there with 24 wonderful people and we told us half-true stories about tracks in the snow in our words and to the sound of the guitar we played Theatre, laughed and we just were ourselves.

I’m running further. In the meantime, the tracks get lost and I follow only a single one. I sink in partially to the waist into the snow and a little bit I regret that I only wear corduroy pants and hiking boots, the snow has already reached the inner part of my shoes but I think to myself that it is warm despite wet socks, as long as I am moving. I pass several rocks. It is breathtaking. I have a splendid view over the snow-covered landscape, not a soul far and wide. A few bird sounds and the gentle falling of snow of some overloaded firs and spruces are the only sounds now that reach my open ears. 

In the meantime, the sky has filled itself more and more with different Stratus – and Cumulus clouds which paint real artwork to the heaven, which constantly reinvents itself. No photo of this world could hold, what this moment means, I think, while this image is enshrined to me forever. 

 

Later, I make a short break and enjoy the tree-filled emptiness around me.

As I continue walking, a people track suddenly appears up seemingly out of nowhere in front of me, probably several days old, accompanied by a dog track. I let my imagination run wild and play with thoughts of a wandering free spirit (of course very attractive, however slightly cranky, with full hair and much beard ;)) accompanied by a wild, strong dog or even Wolf, I could meet here, and I smile at myself. I follow the trail and after some time it leads me to a high seat, at whose foot there are countless traces of wild boar. So a forester. With a dog. I loved my confused wild thought more than this reality. Well, I can continue imagination anytime.. That’s the beautiful part of the mind movies.

The way is divided according to the high seat. I just walk in one direction, stop and change than to the other direction. The inner compass somehow will work. Since I am in the middle of the forest, I have no opportunity to look down and see Freiburg and also animal tracks are no more good signs because I gradually leave the snowline above me. Just a little mud and a few deer tracks.  

 

A sound tears me from my thoughts. A sparrowhawk or a hawk female flies up from the thicket. Hawks are very rare to observe, it would be wonderful, of course, if I actually had this luck. Because I haven’t met a soul, so far, maybe not so unlikely, I think, and suddenly, after this thought,  I come to a path with a yellow diamond.

I reached it again, the edge of civilization. Funny, after last weekend I could imagine the idea to stay here in the Woods, without a functioning phone. We have slept outside at minus 8 degrees, naturally warmed by the previous fire and the Moonlight hike, with deep conversations, light listening and small, underlying teasing. Okay, I must admit, I must admit, that the warm sleeping bag and the tarp above B. and me have contributed also their part to thermal insulation, but now I have a mat and tea. And writing materials. 

That’s it then, but even better than nothing. And tomorrow, yes, work calls. 

The idea is still nice and invigorating, like the days with these great people in nature, and that is what counts in the end, not?.!.

I miss a crossroads, and I am going to take a detour. What a word. Detours are usually worth it, I think, and start to sing. „Spend your time, you’ll see where that leads …“ by Gisbert. Again, I have to smile. This time, I think of M., with his loving gaze, and W. with his angelic patience, as we were standing and singing with the cello, the guitars, and, most importantly, the rattle; So many dear people around me. So many pictures and feelings in me. And these are only the ones of the last one and a half weeks. Our inner world never ends.


Later. I hear the road coming closer and decide to shorten the path, as I would like to enjoy some sun. I walk again cross country, again I follow an animal trail and again I envy these animals for their four paws. Then blackberry shrubs appear and in turn,  I am very grateful for my two feet and my shoes.
I’m actually coming out of the forest just before Günterstal and it’s like almost waiting for me there is a bench next to a spring that gently slips away. I sit down and shortly thereafter a man with his little dog, who listens to the incredibly fitting name Rasputin, comes by and asks me, while I write a few thoughts on my
piece of paper, if I write a love letter. I deny and tell him briefly about the beautiful things I have seen and he tells me something about the money that the city wastes on bike paths. After he went on I think, it is true, I write a love letter.


A love letter to nature.
And to miracles.
And to the world in us.

 

Warum wir uns schlecht fühlen sollen und warum ich dagegen bin

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incredibly bad english translation below

Wo anfangen? Ich versuche es einmal so. 2016 war das Jahr der Unfälle und Krankheiten für mich. Ich möchte hier jetzt nicht meine Krankengeschichte großartig ausbreiten, denn dieser Artikel soll sich eigentlich mit der Freude am Leben beschäftigen aber zum Verständnis muss ich ein wenig ausholen und ich versuche, diese Einleitung kurz zu halten 😉

Nach einem Unfall in Portugal, der mich kurzzeitig mit Krücken gehen lies, folgte eine ziemlich widerliche Campylobacterinfektion, darauf wiederum folgte der nächste Unfall, diesmal mit Folgen, an denen ich bis heute leide und weswegen mir dieses Jahr wohl mindestens eine Operation bevorsteht. Dann hatte ich eine Schwellung hinterm Ohr, welche sich nach unzähligen Arztgängen, Tests und gruseligen Prophezeiungen als Folge einer (abermals ungewöhnlich verlaufenden) Toxoplasmoseinfektion herausstellte.

Mein Vorsatz für 2017 war dann naheliegend: keine neuen Arzttermine mehr (außer diese, welche mir wegen der OP bevorstehen). Dann (gestern) tauchte der Knubbel hinterm Ohr wieder auf. Kurzum, hier sitze ich wieder. In einem dieser unzähligen Wartezimmer, unter unzähligen Wartenden, mit ängstlichen, schmerzerfüllten, resignierten oder einfach müden Gesichtern. Und trotzdem, ich warte nicht mehr. Und ich bin weder ängstlich, schmerzerfüllt, noch resignierend. Etwas müde bin ich schon. Und ich gebe zu, gestern, als es hieß ich müsse wieder in die Klinik, da hatte ich einfach keinen Bock mehr, wie man so unschön sagt.

Aber hey, ich sitze hier, ich kann schreiben. Und schreiben ist eines der Dinge, welche mein Leben für mich lebenswert machen. Wenn ich darüber nachdenke, was mir Freude macht, was mich erfüllt, was LEBEN für mich bedeutet, steht die Literatur, das geschriebene aber auch das gesprochene (oder unausgesprochene) und das gesungene Wort für mich ganz weit oben. Zusammen mit der Natur. Der Musik. Und wunderschönen Menschenwesen, die mir immer wieder begegnen. Alles Kunst. Und Künstler. Zusammengefasst könnte ich sagen, die Kunst ist das, was das Leben lebenswert macht. Zumindest mein Leben. Leben ist Kunst. Die Kunst zu leben. Lebenskünstler. Was für wundervolle Wortspielereien hier möglich sind…

Und über all dies kann und möchte ich jetzt schreiben (siehe nachfolgender Artikel). Über diese Wundermenschen. Und wunderbare Natur.
Um den Zusammenhang zum Titel nicht zu übergehen, hier noch etwas dazu, was eine Kollegin mir letztens rückmeldete, nachdem ich sie nach einem Uniklinikbesuch anrief, und ihr ankündigte, dass eine weitere Untersuchung stattfinden würde, welche gleichzeitig bedeutete, dass ich bei der Arbeit einen weiteren Tag ausfallen würde. Sie fand es unverständlich und unglaublich, dass ich ihr diese Nachricht mit fröhlicher Stimme verkündete. Natürlich verstehe ich ihre Reaktion insofern, dass es für sie natürlich blöd ist, wenn ich ihr bei der Arbeit nicht zur Seite stehe. Und mit Sicherheit empfand ich keine Freude beim Gedanken, noch einen Tag in von Neonlicht erhellten, kahlen und trostlosen Räumen zu verbringen (vor allem nicht nach geschlagen 6,5 Stunden, welche ich vor dem Anruf dort verbracht hatte). Jedoch hatte ich gerade diese Räume verlassen.

Das heißt, ich war in diesem Moment endlich frei! Ich hatte Luft zum Atmen, Wind auf der Haut und den Moment, der ok war.

Und was hätte es gebracht, hätte ich ihr diese Nachricht schuldbewusst mit jammervoller Stimme überbracht?

Hätte diese Stimmung sich dann nicht auch auf sie übertragen?

Und warum erwarten viele Menschen, dass man schlechte Nachrichten mit schlechter Stimmung überbringt?

Bin ich nur berechtigt, krank oder eingeschränkt zu sein, wenn ich mich dann auch möglichst in meinem Leid suhle und nur noch das Negative sehe?

Werde ich so schneller gesund? Oder nicht doch eher langsamer?

Und hat die Freude nicht immer eine Daseinsberechtigung, wenn sie denn da sein möchte?

Dies sind Fragen, auf die ich keine allgemeingültige Antwort geben kann. Aber ich für mich habe beschlossen, glücklich zu sein, wann immer sich mir die Gelegenheit bietet. Was um mich herum passiert, kann ich nicht immer beeinflussen. Aber was in mir passiert, das zum größten Teil schon.

Und jetzt freue ich mich, dass ich in einem kahlen Raum sitze und vermutlich noch länger sitzen werde. Ich freue mich, weil ich jetzt schreibe. In diesem Moment.

 

Why we should feel bad and why I am against this

Where to start? I’ll try it this way. 2016 was the year of accidents and diseases for me. I do not want to extend my medical history here because this article is supposed to deal with the joy of life but to understand I have to get a little out and I try to keep this introduction briefly.
After an accident in Portugal, which took me with crutches at a short time, followed a rather disgusting campylobacter infection, followed by the next accident, this time with consequences, which I suffer to this day and which is why I probably have to undergo at least one operation this year. Then I had a swelling behind the ear, which after countless doctor’s procedures, tests and creepy prophecies was identified as a consequence of an unusual Toxoplasmosis.
My intention for 2017 was then obvious: no more new medical appointments (except for those who are coming to me because of the surgery). Then (yesterday) the swelling emerged behind the ear again. In short, here I sit again. In one of these countless waiting rooms, under countless waiting times, with anxious, painful, resigned, or simply tired faces. Me, I’m not waiting anymore. And I am neither afraid, painful or resigned. I’m just a bit tired. And I admit, yesterday, when I heard I had to go back to the clinic, I simply was very upset. But hey, I’m sitting here, I can write. And writing is one of the things that makes my life worth living for me. When I think about what pleases me, what fulfills me, what LIFE means to me, literature, the written, but also the spoken (or unspoken) and the sung word stands for me very far up. Together with nature. Music. And beautiful human beings that I am pleased to meet me again and again. Everything is kind of art. And artists. In summary, I can say that art is what makes life worth living. At least my life. Life is art. The art of living. Life artist. What wonderful word games are possible here …

 

And about all this I can and will write now (see the following article). About these miracles. And the wonderful nature.
In order not to ignore the connection to the title, here is something else that a colleague gave me back last time,
I told her that a further test at the hospital would take place, which at the same time meant that I would drop out another day at work. She found it incomprehensible and unbelievable that I announced her this news with a cheerful voice. Of course, I understand her reaction, because it is bad for her, of course, if I do not stand by her side at work. And certainly, I felt no joy at the thought of spending another day in neon-lit, bleak and desolate rooms (especially not after waiting 6.5 hours, which I had spent there before the call). However, I had just left these rooms. I was finally free at this moment! I had air to breathe, the wind on the skin, and this one moment that felt good. And what would it have been, had I given her this news in a guilty voice? Would not that sentiment has been transferred to her? And why do many people expect bad news told with a bad mood? Am I only entitled to be ill or restricted, if I take a bath in my suffering and only see the negative sides? Am I getting healthy soon, if I act like that? Or more slowly? And does joy not always have a right to exist when it wants to be there?
These are questions to which I can not give a general answer to. But I’ve decided to be happy whenever I get the opportunity. What happens around me, I can not always influence. But what I mostly can influence is, what happens inside me, for the most.
And now I am happy that I am sitting in a bare room, and probably I will sit for a few hours. I am happy because I am writing now.

 

Now, at this one moment.

 

Remis

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Müde, fast resigniert, betrachte ich den Gang der Dinge.Wohin? Dafür. Ja, ich weiß schon.

Nur begreifen kann (will?) ich es nicht.

Immer wieder habe ich es gespielt, dasselbe Spiel. Mal gewonnen, mal verloren.

Entschieden schreie ich nach einem Unentschieden!

Hirsecracker – Das einfachste Rezept der Welt

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Heute mal ein „Rezept“ von mir. Es ist vegan, zucker-, fett- und glutenfrei und das Beste: ihr braucht nur eine Zutat. Trotzdem wirds herrlich knusprig und lecker.
Man nehme für ein Blech eine Tasse Hirse (wer mag weicht über Nacht ein, ist aber kein Muss), koche diese mit der 1,5 fachen Menge Wasser recht weich, streiche dies dann auf einem Backpapier, drücke alles mit einem weiteren Backpapier platt und bringe es in eine eckige Form. Dann in Rechtecke (oder Rauten oder wer mag nur Ausstecherchen etc.) schneiden und bei ca 170 Grad für 10-20 min im Ofen goldbraun backen. Sie sind dann herrlich knusprig 🙂
Geht auch mit Reis, Buchweizen und auch halb halb mit Linsen, Bohnen etc.
Wer mag kann auch Gewürze oder etwas geraspeltes Gemüse untermischen.

Guten Appetit!