Zu vermieten 

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Luftschloss auf unbestimmte Zeit zu vermieten, aufgrund von ungewolltem, urplötzlichem Erwachsenwerden. Unmöbliert, in wundervoller Lage, ohne Verkehrsanbindung und mit schlechter Infrastruktur, dafür umgeben von grüner, unfassbarer Traumlandschaft und ausfüllender, melodischer Stille. 28 Jahre auf wackligem Grund gebaut und doch stets standhaft geblieben. Typischer Altbaucharme, vorhandene Zugluft kein Problem, da dort kein Winter herrscht. 

Preis: Verhandlungssache. Mietdauer wird vom zukünftigen Mieter (mit)bestimmt. 
Vorbehalt: Kündigung wegen Eigenbedarf von Seiten der Vermieterin jederzeit möglich.

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Fair

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Über den Wolken, fernab vom Konsum und doch
mittendrin.
Fair? Dass ich frei bin jedes Land zu bereisen, während andere sterben, weil sie nicht flüchten können. Sicher nicht.
Und doch, reise ich. Anders entkomm ich Dir nicht..

Tag 12 Ende doof, alles doof?

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Tag 12
English translation below
Ich wache mit dem Aufgang der Sonne, begleitet von Vogelgezwitscher auf.

Draußen ist es kalt, ich sehe meinen eigenen Atem. Dennoch machen wir uns auf zum Strand.

Dort mache ich Yoga im nassen, eisigen Sand. Ich versinke und muss mich bemühen, das Gleichgewicht zu halten. Ähnlich wie im Schnee, der (zu Hause?) auf mich wartet, denke ich.


Die Sonne scheint und trotzdem, dass ich friere, trage ich kaum Kleidung. Ich möchte so viel Licht wie möglich tanken. Ich erkunde den Strand, beobachte Möwen und andere Wattvögel bei ihrer Suche nach Essbarem im flachen Wasser, streife durch das Nass, genieße den Sand unter den Füßen und das einzig wahre Barfußgefühl, wenn man tatsächlich barfuß ist und es auch manchmal ein wenig wehtut, auf spitze Steine oder ähnliches zu treten.


Später schwimme ich zwischen Rio Mira und dem Atlantik, ich liebe die extreme Erfahrung, die das eisige Wasser um meinen Körper auslöst. Danach ist mir warm. Ich lese etwas.


Ich schließe die Augen, lausche dem Geräuschen der Umgebung; Wind, Wellen, Vögel, ein paar Menschen, wenige Autos. Dann müssen wir los.

Wir sind gut in der Zeit und kurz vor Lissabon wollen wir noch kurz etwas zu Essen kaufen. Da bemerkt Kristin, dass ihr Geldbeutel weg ist. Wir durchforsten das ganze Auto. Nichts. Da wir die letzten 2,5 Stunden nicht gehalten haben, muss er kurz vorm Losfahren verloren gegangen sein. Mitsamt viel Bargeld, Führerschein, Kreditkarte, Ausweis..

Auch ich habe kein Geld mehr und mit meiner Karte lässt sich hier nichts abheben. Wir können das Auto also nicht vollgetankt zurück geben.

Für das letzte Stück müssen wir die Autobahn nehmen, können jedoch die Maut nicht zahlen. Wir schaffen es jedoch irgendwie durchzufahren. Wer weiß, was da noch kommt.
Kurz vor dem Flughafen verfahren wir uns. Es ist unglaublich neblig. Irgendwann schaffen wir es dann doch. Kurze, innige Umarmung.
Ich nehme den Shuttlebus zum Terminal. Die Menschen, welche einsteigen, bewegen sich nicht bis hinten durch und obwohl der Bus dadurch noch halb voll ist, bleiben mindestens 20 Leute draußen, da sich alles im Türbereich staut. Ich mache die menschlichen Blockaden darauf aufmerksam. Keiner rührt sich. Wieder unsichtbar. Und schon bereue ich es, nicht einfach alles hingeworfen zu haben und irgendwie irgendwo draußen, meinetwegen im Wald oder am Meer, geblieben zu sein. Wie? Keine Ahnung. Es hätte schon geklappt.
Weiter.
Ankunft in Terminal 2. Mein Flug hat zwei Stunden Verspätung. Ich setze mich. Neben mir eine Familie mit Kleinkind, um die eIn, zwei Jahre. Der Junge brüllt, wirft sich auf den Boden, er wartet wohl nicht gern. Ich spiele etwas mit ihm. Er kann auch lachen.
Ich rufe Kristin an, der Mietwagen ist abgegeben. Das Volltanken kostet extra aber es ist wohl alles in Ordnung. Und Geld für die Heimfahrt hat sie auch noch gefunden. Glück im

Unglück. Wer weiß, wozu es gut war..
Etwas später mache ich mich auf zum Gate. Im Flur stauen und stapeln sich Menschen. Ich reihe mich ein. Schreibe.

Unweit von mir eine Mutter mit Sohn, um die fünf. Sie spielen mit Gummitieren Verstecken gegen das Warten. Ich möchte auch ein Gummitier. Ich lächle.

Menschen sind manchmal so seltsam. Aber auch oft so, wie dieser Junge und seine Mutter. Offen, gespannt, echt.
Schade, dass Kristin weg ist. Gestern, durch den Sand sind wir geschlendert, haben für uns allein getanzt, gesummt, ein imaginäres Haus in den Sand gemalt, gespielt.
Warum werden manche Menschen erwachsen?

Werden wir es jemals?
Noch etwas später verkürze ich mir die Wartezeit indem ich mich im Dutyfreeshop mit allen möglichen Düften zuneble, um meine späteren Sitznachbarn im Flugzeug zu ärgern. Als ich dann tatsächlich im Flieger sitze, bekomme ich selbst Kopfschmerzen von dem Nebel der mich umhüllt, meine Sitznachbarn hingegen scheint es nicht zu stören.
Auch draußen ist es neblig, deshalb die Verspätung. Aufgrund der Wetterverhältnisse sollen zum Start alle elektronischen Geräte komplett ausgeschaltet werden, auch Handys im Flugmodus. Ein Junge zwei Reihen vor mir ignoriert die auf vier Sprachen gemachte Ansage, alle anderen scheint es nicht zu stören oder sie können nicht sprechen (…).

Ich mache ihn darauf aufmerksam und er schaltet das Handy leicht genervt aus. Ach ja, Menschen.

Ich lese „El maior flor do mundo“ und nehme mit José Saramagos Geschichte Abschied von Portugal.

day 12

I wake up with the rise of the Sun, accompanied by the singing birds. Outside it’s cold, I see my own breath. However, we make it on to the Beach. There am I doing yoga in wet, icy sand. I sink in and it’s hard for me to keep the balance. Like the snow, which waits for me (at home?) I think. Although it’s pretty cold I hardly wear clothes. I want to refuel so much light as possible. I visit the Beach, watch Seagulls and other birds in their search for food in the water, walk slowly through the wet, enjoy the sand among my feet and the only true barefoot feeling if you’re actually barefoot and it also sometimes hurts a little when you step on top of stones.

Later I swim between Rio Mira and the Atlantic Ocean, I love the extreme experience that the icy water triggers to my body. After that, I feel warm. I read something. Then I close my eyes, listen to the sounds of the environment; wind, waves, birds, fewer people, a few cars. Then we have to go. We are well within the time and a footstep before Lisbon we want to get something to eat. Kristin notices that her purse is lost. We are scanning the whole car, nothing. It’s lost, with a lot of cash, driver’s license, credit card, ID .. I also have no more money. We also can’t refuel the car bevor giving it back to the rental station. For the last piece of the road we need to take the fee-Highway, However, we manage it without paying for it.

Who knows what will come.

Shortly before the airport, we lose our way, it is incredibly foggy. But somehow we manage it and arrive. a short, intimate hug and goodbye. I take the shuttle bus to the terminal. The people who are boarding, move not to rear by and although the bus is hardly half-full, at least 20 people stand out there, because the doors are blocked by people. I speak to the human blockages but none stirs up. Again invisible and I already regret it, not to have thrown everything away and somehow somewhere out there, I don’t mind in the Forest or by the sea, remained to be. How?no idea but somehow it would have worked.

It continues. I arrive at terminal 2. My flight has two hours delay. I sit down. Next to me a family with a toddler, the boy roars, throws on the ground, he probably doesn’t like to wait. I play something with him. He also is able to laugh…

I call Kristin; the car is given back, to refuel the tank costs extra but it’s probably alright. And she has even found money for the drive home. Kind of luck of the misfortune – who knows what it was good for. a little later I enter the gate. In the hallway there lots of people, sitting, waiting on the ground. I sit down, write. Not far from me a mother with her son to the five. They play with little animal figures hide and seek against the wait. I would also like to have an animal figure. I smile. People are sometimes so strange. But as well often like this boy and his mother; open, curious, real. It’s a pity that Kristins not here; yesterday, through the sand, we were walking, danced, painted an imaginary House in the sand, played. Why do some people grow up? Will we ever?

A little later I shorten the waiting time by myself in the duty-free shop, perfuming myself with all sorts of scents to annoy my plane seat neighbors. In fact, as soon as I am inside the plane, I get the headache of the fog wrapped around me, my seat neighbors, on the other hand, seem not to be disturbed.

Also outside it is foggy, so the delay. Due to the weather conditions, they want to turn us all electronic devices completely off, even cell phones in the airplane mode. A boy two rows before me ignored the in four languages made announcement, everyone else it seems not to disturb or they can not speak (…). I speak to him and he turns off this cell phone annoyed. Oh, people. I read „El maior Flor do Mundo“ and take farewell of Portugal with José Saramagos history.

 

Tag 11 Verlängerung 

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English translation below

Tag 11
Ich wache früh auf und fühle mich wie frisch verliebt. Durch das geöffnete Fenster dringt mit der Morgenluft der Ruf der Möwen sowie Vogelgezwitscher zu mir herein, dahinter das Rauschen der Wellen.

Ich laufe zur Steilküste und mache am Rande der Klippen Yoga. 16 Grad, Wind und leicht bewölkt und trotzdem stehe ich hier im Top. Ich habe das Gefühl, dieses Klima ist für mich gemacht. Und seltsam, hier ist mein Höhenangst gar nicht mehr so groß. Das gleichmäßige Schlagen der Wellen an den erdenden Strand wirkt beruhigend, fast schon meditativ. Ich höre das Zwitschern der Vögel, dass wie kleine Laserpistolen klingt. Welche Ironie, denke ich, als mir klar wird, dass ich gerade jetzt, in diesem Moment, kurz vor dem Ende dieser Reise wieder den Zustand erreicht habe, der mir so gefehlt hat. Den ich im Frühsommer in Monsaraz hatte. Und davor in der Sahara. Aber auch im Kinzigtal, morgens, als ich unter freiem Himmel geschlafen hatte und die Sonne zwischen den Bergen aufging, um sich im Wasser des Flusses zu spiegeln. Das Gefühl ist dasselbe, wenngleich die Orte sich unterscheiden. Zufriedenheit. Das Gefühl, ewig einfach bleiben zu können, da zu sein.


Das Reisen ist schon seltsam. Oder das Leben. Lebensreise. Ich denke an die Zeilen von Clueso „Ich mag den letzten Tag und alles, was er mir zeigt. Man wird so furchtbar wachsam für jedes Detail…wie man genießen kann, wenn man weiß, dass man geht…“ und staunend, gepaart mit etwas Wehmut, bleibe ich gespannt..
Bevor es wieder Richtung Lissabon geht, kaufen wir kurz Gemüse und Obst im mercado municipal, einem kleinen Markt mit 3 Ständen, der sich in einer kleinen Halle befindet. Ich probiere eine unbekannte Frucht, sie schmeckt ähnlich wie Papaya jedoch weniger süß und ohne die pfeffrigen Kerne.
Nachmittags, wir sind circa eine Stunde gefahren, machen wir halt am Praia de Odeceixe. Zum Schwimmen ist es leider zu windig aber es ist schön, den Strand entlang zu spazieren und zu beobachten, wie das Wasser des Ribeira de Seixe sich seinen Weg ins weite Meer bahnt, Fußspuren großer und kleiner Wesen eine Weile im Sand verweilen und kunstvolle Formen auf dem Sand entstehen, wenn das Wasser über dem weichen Sand hin und her fließt. In einer kleinen Einbuchtung unterhalb der Schieferfelsen ist es dann sogar so warm, dass wir noch ein wenig die Sonne genießen können. Kaum vorstellbar, dass ich eben noch barfuß den Strand entlang schlendern kann und morgen schon wieder den deutschen Winter zu spüren bekommen werde.


Wir fahren weiter bis Vila Nova de Milfontes, eine malerische Ortschaft im Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina. Hier sehen wir durch die Dünen unseren (oder zumindest meinen) letzten Sonnenuntergang des Urlaubs und beschließen das Auto noch einen Tag zu verlängern, um morgen noch im Rio Mira, der hier in den Atlantik mündet, zu baden.

Danach kochen wir in unserem Apartment aus dem Gemüse vom Markt mit Hirse und Süßlupinen ein ausgiebiges Abendessen und lassen den Tag mit vollen Bäuchen ausklingen.

Day 11
I wake up early and feel like I’m in love. Through the open window with the morning air the call of the seagulls as well as bird chirping penetrates me, behind the noise of the waves.

I walk to the cliffs and make yoga on the edge of them. 16 degrees, it’s windy. I feel like this climate is made for me. And strangely, my vertigo is no longer so great here. The steady beating of the waves to the rocks is soothing, almost meditative. I hear the chirping of birds that sound like small laser guns. What irony, I think, when I realize that right now, just before the end of this journey, I have reached the state that I have missed so far. Which I had in the early summer in Monsaraz. And before that in the Sahara. But also in the Kinzigtal, in the morning, when I had slept under the naked sky and the sun rose between the mountains, to reflect itself on the river. The feeling is the same, although the places differ. Satisfaction. The feeling of being.

Traveling is strange. Or life. The Journey of live. I think of a song of Clueso „I like the last day and everything he shows me, you become so watchful for every detail … how to enjoy when you know you go …“ and wide-eyed , coupled with wistfulness, I stay anxious.
Before heading back to Lisbon, we buy vegetables and fruit in the mercado municipal, a small market with 3 stalls, located in a small hall. I try an unknown fruit and it tastes similar to papaya but less sweet and without the peppery kernels.
In the afternoon, we drove about an hour, we stop at Praia de Odeceixe. It is too windy to swim, but it is nice to stroll along the beach and watch as the waters of the Ribeira de Seixe make their way into the wide sea, footprints of large and small beings dwell in the sand for a while and create artistic forms into the sand while the water flows over the soft sand back and forth. In a small bay below the slate rocks, it is even so warm that we can still enjoy the sun a bit. Hardly imaginable that I can barefoot stroll along the beach and tomorrow again the German winter will be felt.
We continue to Vila Nova de Milfontes, a picturesque village in the Natural Park of Sudoeste Alentejano and Costa Vicentina. Here we see through the dunes our (or at least my) last sunset of the holiday and decide to extend the car one more day to bathe here tomorrow in the Rio Mira, which flows into the Atlantic.

Afterwards we cook in our apartment from the vegetables from the market with millet and sweet lupines an extensive dinner and let the day end with full bellies.

 

Tag 10 Finally arrived

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English translation below

Tag 10

Eine Stunde nach Sonnenaufgang gehen wir zum Strand. Diesmal im Hellen. Sogar die Sonne scheint wieder Erwarten und es ist trotz starkem Wind angenehm warm. Die Wellen sind stark und unberechenbar aber gerade das macht den Reiz aus. Wir im Bikini, die anderen, wenigen Strandbesucher mit Jacke und teilweise sogar Mütze. Richtig schwimmen ist zwar nicht möglich, da die Wellen bei ihrem Rückgang auch immer ein Stück Strand mit in die Tiefe zu ziehen scheinen und ein natürlicher Respekt hier sicher angebracht ist, wenn man das Leben lieb hat. Dennoch kann man wunderbar herumhüpfen, das Wasser lautstark herausfordern und sich dann von der Flut umwerfen lassen und dabei gleich etwas Salz kosten.



22 Uhr

Rastlos laufe ich die Straßen immer wieder auf und ab. Heute mittag durfte ich Vegoa kennen lernen. Und Tim. Und Bart. Die dort bereits leben. Auch ein Paar aus England, Charlie und Josh, dass sich überlegt, sich hier nieder zu lassen, trafen wir dort. Mit ihr hatte ich ein tolles Gespräch, dass mich sehr berührte. Und Diana und Thomas, ein deutsches Paar aus Berlin, das von heute auf morgen alles stehen und liegen ließ und nun in Vegan Hills ein neues Leben beginnt. Ich weiß gar nicht so recht, was zu schreiben. Viel zu sehr berührt bin ich von dem Eindrücken des Tages. Ich könnte meine Eindrücke festhalten, doch es geht weit hinaus über das Grün der Hügel, den Duft der Pinien und Zistrosen, den nassen, lehmigen Boden unter meinen nackten Füßen und das feuchte, leuchtend grüne Gras unter eben diesen. Ich könnte endlos schreiben über die Fülle an Möglichkeiten, die Weite, den warmen Wind auf der Haut und die noch wärmere Ausstrahlung der Menschen, welchen ich heute begegnet bin. Doch keines dieser Worte wird diesem Gefühl gerecht, dem Gefühl, angenommen und endlich angekommen zu sein. Ich muss erst einmal alles sinken lassen, sich verankern, festigen.

Und so sitze ich nun oberhalb des Hafens und schweige. Über mir der Sternenhimmel. Unendlich und weit. Der Mond ruht als liegende Sichel am Firmament. Ruhig. Gelassen. Allwissend. Und vertraue auf die Zukunft. Eins ist sicher, ich werde dieses Land wieder betreten und irgendwann auch keine Besucherin mehr sein.

Day 10

One hour after sunrise we go to the beach. This time in the bright. Even the sun shines again and it is pleasantly warm despite the strong wind. The waves are strong and unpredictable but that is what makes the charm. We in the Bikini, the other, few beach visitors with a jacket and partly even with caps. It is not possible to swim properly, as the waves seem to pull a piece of beach along with their decline, and a natural respect is certainly appropriate here if one loves life. Nevertheless, you can hop around wonderfully, the water loudly challenging and then let the flood flow and at the same time taste some salt.

22 O `clock I walk up and down the streets again and again. I was able to get to know Vegoa today. And Tim. And Bart. Those already live there. Also a couple from England, Charlie und Josh, who is thinking of settling down here, we met. With her, I had a great conversation that touched me very much. And Diana and Thomas, a German couple from Berlin, who stood up and left everything from today to tomorrow and now starts a new life in Vegan Hills. I do not know what to write. I am too touched by the impress of the day. I could capture my impressions, but it goes far beyond the green of the hills, the fragrance of the pine trees, the wet, loamy soil beneath my naked feet, and the moist, bright green grass beneath it. I could write endlessly about the abundance of possibilities, the expanse, the warm wind on the skin and the even warmer radiance of the people I have encountered today. But none of these words justifies this feeling, the feeling of being accepted and finally arrived. I have to let everything sink, to be anchored, solidify.

And so I am sitting silently over the harbor.. Above me the stars. Infinity and far. The moon rests as a lying sickle on the firmament. Quiet. Calmly. Omniscient. And trust in the future. One thing is certain, I will re-enter this country and will not be a visitor anymore.

 

Tag 9 on the road

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Tag 9
Wir schlafen aus und fühlen uns trotzdem müde. Draußen ziehen Wolken über den Himmel, dennoch ist es wärmer als gestern und irgendwie passt dieses windig-wolkige Wetter hierher. Ich liebe es den Wind auf der Haut zu spüren und die Wolken mit dem Blick ein Stück auf ihrer Reise  begleiten zu können.

Nach dem Frühstück werden die Tiere gefüttert und wir gehen mit. Es gibt tatsächlich noch mehr Arten, als gedacht, doch ich kann nur Gefallen an den Lamas, Ziegen und Hunden finden, die anderen Tiere passen irgendwie nicht hierher und schon gar nicht in ein Gehege..


Daniel, das (der?) Emu, scheint indessen Gefallen an mir gefunden zu haben und verfolgt mich ein Stück. Ich habe mittlerweile keine Angst mehr vor ihm, geheuer ist mir die Sache trotzdem nicht.

Später werden wir mit herzlichen Umarmungen von unseren Gastgebern verabschiedet. Ich laufe noch einmal zur Burg und verabschiede mich auf meine Art von diesem Ort, der immer noch besonders ist, mir aber auch gezeigt hat, dass mir die ländlichen Regionen Portugals und die dort lebenden Menschen generell sehr sympathisch sind. Die Magie, die Monsaraz im Frühsommer für mich ausstrahlte hatte aber viel mehr mit mir selbst zu tun und ich spüre sie auch generell, wenn ich alleine unterwegs bin, niemand etwas von mir erwartet und vor allem, wenn ich draußen schlafe. Etwas, dass ich im neuen Jahr noch viel häufiger machen möchte.
Nachmittags fahren wir Richtung Algarve. Wir sind bis Abends unterwegs und da wir die meiste Zeit im Dunkeln fahren, sehen wir nicht viel von der Landschaft. Es regnet auch noch als wir in unserem Apartment in Sagres ankommen und wir kochen erst einmal Reis (aus Portugal), Gemüse und Bohnen. Nach dem Essen machen wir uns im Dunkeln auf zum Strand. Wir sehen nicht viel aber je näher wir dem Meer kommen desto windiger wird die Luft, es schmeckt nach Salz auf den Lippen und unsere Füße werden immer schwerer, da der nasse, lehmige Boden an ihnen haften bleibt. Ich bin überhaupt nicht für das Wetter ausgerüstet aber es macht mir nichts aus. Stattdessen genieße ich das Rauschen der Wellen in meinen Ohren und die Macht, die der starke und doch irgendwie vertraute Wind ausstrahlt.
Auf dem Weg zurück ins Apartment begreife ich zum ersten Mal physisch, wie wunderbar stärkend Rückenwind sein kann.

Jetzt bin ich gespannt auf morgen, auf Vegan Hills und auf Bart, der uns das Stück Land und das Projekt Vegoa näher bringen wird.

Tag 8 „Nass-hopsen“

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Tag 8

Ich wache trotz geschlossener Vorhänge pünktlich zum Sonnenaufgang auf. Nachdem ich Kristin wecke und wir kurz auf der Terrasse das so alltägliche und doch atemberaubende Naturschauspiel betrachten, legen wir uns wieder hin.


Später, die Sonne scheint heute wunderbar und wenn man windgeschützt sitzt fühlt es sich fast wie Sommer an, Yoga und Frühstück in der Sonne.
Dann mache ich mich zu Fuß auf zum See, nutze aber bewusst Wege, die keine sind und komme wie im Frühsommer an Mandelbäumen vorbei, die noch getrocknete Früchte tragen. Auch eine Kaktusfeige ergattere ich unter Schmerzen und doch voller Stolz. 😉


Ich verstehe, warum viele zum Beobachten der Vögel in die Gegend kommen, ich sehe viele verschiedene, interessante Arten, die ich nicht benennen kann. Ihr Gesang ist ebenso vielfältig wie ihr Äußeres und stimmt mich guter Laune.

Als ich am See ankomme, ist Kristin auch schon da, wir hatten uns dort verabredet zu unserem neu eingeführten Neujahrsritual, dem „Nass-hopsen“. Wir springen nackig in den eiskalten See, danach geht’s warm eingepackt im Auto weiter.

Wir schauen uns ein paar Sehenswürdigkeiten an und fahren durch kleine Dörfer, stibitzen uns eine unglaublich schmackhafte Zitrone und fahren auf Gutdünken nach Mourão. Dort erkunden wir eine anmutige alte Burg, die meine Höhenangst herausfordert.

Hier erleben wir auch einen ausgiebigen Sonnenuntergang, der durch die vorhandenen Wolken noch eindrucksvoller wirkt, als die der letzten Tage.


Auf dem Rückweg halten wir noch an einer schönen Stelle des Sees, an der altes Gehölz, Sand und große, fast runde Steine den Ort fast schon wie eine andere Welt wirken lassen.