Mal eine andere Form des Reisetagebuches :)

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Ich bin dann mal weg..

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Liebe Freunde, liebe Unterstützer!

Es ist soweit,  morgen Früh (geplant ist bei Sonnenaufgang, aber Pläne können sich ja bekanntlich ändern ;)) geht es für mich auf nach Tübingen.

Da ich ab Donnerstag wieder ein Seminar meiner Ausbildung zum Wander- und Trekkingguide habe, dachte ich mir, dass ich doch mit dem Fahrrad hinfahren könnte. Und dank meiner netten Vermieterin habe ich jetzt auch einen Hundeanhänger, den ich für meine Sachen benutzen kann.

Heute hab ich ihn gleich mal getestet. Es ist leider etwas unpraktisch aber man kann an mein Fahrrad nicht gleichzeitig einen Fahrradständer anbringen und den Anhänger, deshalb wird es eine aufregende Reise. Vor allem auch weil es ziemlich heiß ist, der Hundeanhänger mehrere Jahre im Keller stand und die Reifen komplett platt waren…. Meine Testfahrt hat er allerdings gut überstanden, aber es ist schon spannend wie viel schwerer es ist mit dem Anhänger zu fahren und auch wie unsicher ich mich dabei fühle. Ich hatte ja schon immer Unverständnis für die Eltern, welche mit den Kindern im Anhänger wie wild an der Dreisam lang rasen, aber jetzt verstehe ich diese noch weniger. Na gut,  vielleicht muss man sich einfach daran gewöhnen und dafür habe ich ja jetzt mehrere Tage Zeit.

Ich freue mich auf jeden Fall, denn die Strecke ist sehr schön, sie geht an vielen Flüssen entlang, unter anderem an der Elz und durch das Kinzigtal – ich liebe Wasser!

Wer mich kennt weiß, dass ich Angst vor Gewitter habe. Dem werde ich wohl in den nächsten Tagen nicht entgehen können. Wünscht mir also Glück bei der Suche nach einem sicheren Schlafplatz im Wald! Ein Zelt habe ich auch nicht dabei aber ich spanne ja gerne mein Tarp und so lange es nicht so schüttet wie hier in letzter Zeit, sollte das kein Problem sein.

Ich versuche Euch ein paar Notizen und Fotos zu machen, und werde Euch dann später berichten. Ich wünsche auf jeden Fall jedem Einzelnen von Euch auch eine schöne Zeit und freue mich, wenn ich wieder komme und noch ein paar weitere Unterstützer gewonnen habe!

Aufgeregte Grüße,

eure Hanife

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Verpflegung für die nächten Tage 🙂

Flu(ch)t und Ebbe

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Flut  

Manchmal flüchte ich. In mich. Vor mir. Von hier.  

Verkleide mich und setze ein neues Gesicht auf,

versteck mich damit vor mir, vor ihnen, vor allem(,) vor dir.

Hier im Labyrinth, verschwinde ich und dort kannst du mich suchen, versuchen, mich zu erkennen, zu finden, während ich perfektioniere zu verschwinden um mich kurz darauf neu zu erfinden, unsicher mich überwinde nicht mehr unsichtbar zu sein.  

Manchmal..  

Manchmal igle mich ein. Mach mich ganz klein und verkrieche mich. Scheuklappen ran. Ohrstöpsel rein.  

Ich will sie nicht sehen, die Bilder. Noch hören die Worte. Orte. Geschichten. Sie ziehen vorbei. In mir nur ein Brei aus Angst. Leid. Und Wut.  

Schon gut. Schscht! Beruhig dich, komm zu dir, nur Mut!  

Nein!!! Mehr darf hier nicht rein!! Stopp! Stoppt die Flut!  

Stille.  

Manchmal da flüchte ich.

Aus mir heraus. Bin außer mir, schreie. Und tobe. Und rase. In Rage.  

Kämpfe mich bis an den äußersten Rand, kratze die Farbe von der Wand und schlage ein Loch hinein, tauche ein in das Loch und verlier mich, falle mit lautem Gebrüll in die Scherben und Asche, wühle im längst erloschenen Feuer und lärme wie ein Ungeheuer.  

Ungeheuer wird mir dann selbst vor mir und ich verstumme.

Lausche dem Echo meiner Schreie, lausche und warte.. warte  

Bis ich mir dann manchmal auch wieder verzeihe.   Mich hege und pflege, die Wunden verarzte, auskühle, verbinde, mich suche und finde und mir dann vergebe.   Um neu zu beginnen, Scherben aufzulesen, Staub wegzupusten, mich neu zu besinnen.  

Dann   Erneut zu warten, kurz durchzuatmen Bevor…  

Die Erinnerung kommt, verlässlich zurück, Flutartig, schnell und mit Wucht, wie ein Bumerang. Und manchmal, da dauert es, da schleicht sie sich an.   Ich flüchte vor ihr, vor dem meinen in Ihr.

Manchmal da flüchte ich, dennoch bleibe ich hier.  

Und gleichzeitig, da schäme ich mich. Denn du flüchtest auch. Und das nicht vor dir.

Ebbe  

Es ist alles ruhig. Leicht senkt sich die Erinnerung.

Legt sich. Über und unter und um mich herum. Umhüllt.  

Still schweigt der Vogel während er weiter fliegt. Aus dem Käfig. Dem Fenster der Zeit.

Schwebt und segelt. Befreit.  

Einst verfangen, im Netz. Gedanken. Geschichten.

Sie sind vergangen. Gelöst. Weggetrieben.

Während wir, dort geblieben, Weiter schweigen und dichten.

 

 

Crowdfunding

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Meine lieben Leser,

gerade läuft das Crowdfunding für mein Buch. Was genau das ist, wie es funktioniert und warum Crowdfunding so sinnvoll ist, erfahrt Ihr alles, wenn Ihr den folgenden Link anklickt: Konsumkritik und Sinnsuche

In meinem Blog dort könnt Ihr außerdem auch noch Videos von mir anschauen.

Ich freue mich über Unterstützer!

Eure Hanifestill-life-851328_960_720.jpg

Gedanken zum Reisen

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Der Junge, der die Kamele antreibt…

Sand in den Augen

 

Der Junge, der die Kamele antreibt,

welche tatsächlich Dromedare sind,

ist eigentlich ein junger Mann,

der eine Mutter hat und einen Vater.

vermutlich hat er auch Brüder und Schwestern, die ihn lieben. Die er liebt.

Wie du und ich.

 

Der Junge, der die Kamele antreibt,

treibt sie tatsächlich gar nicht an,

er begleitet sie und schätzt sie.

Nur selten reitet er selbst, meist sind es die Touristen, die sich von ihnen tragen lassen.

Wie du und ich.

 

Der Junge, der die Kamele antreibt

und leise vor sich hin summt,

singt eigentlich laut. Innerlich. Und wenn er lacht,

öffnet einem sich die Seele. Ich bin sicher, er hat Träume und Sehnsüchte.

Wie du und ich.

 

Ach würde doch der Junge mit den Dromedaren

und den Träumen, den wunderschönen, tiefbraunen Augen

und dem unwiderstehlich ansteckenden Lachen, 

die Frau, den Menschen hinter der Touristin sehen.

Doch vielleicht ist auch er blind.

Wie du und ich.

Denn wir haben alle noch immer Sand in den Augen.