Tag 6 M’Hamid – Zagora

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Tag 6

Heute wieder kurz aber gut geschlafen. Nach dem Aufwachen kurz Yoga, dann zu den anderen zum Frühstück. Weißbrot, Dattel-,Feigen-und Erdbeermarmelade, Orangennektar. Ich bin nicht hungrig aber esse aus Höflichkeit etwas, trinke heute Kaffe statt Minztee, da mir dieser immer zu süß und mit zu viel Grüntee gemischt ist.

Danach die Dünen erklimmen, es ist 10 Uhr und bereits sehr heiß. Schwarze Käfer hinterlassen Spuren wie Straßen im Sand.

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Große Düne. Kleines Ich.

Ich gehe zurück zum Camp, packe und setze mich in den Schatten neben der Hängematte. Said kommt zu mir. Wir reden über die Wüste. Er sagt ich soll bleiben. Ich denke ja.Und sage I will come back. Ich meine es ernst. Irgendwann ein oder zwei Wochen, viel alleine sein hier und manchmal mit anderen, schreiben, schweigen, die Dünen entlang laufen, am Feuer sitzen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich Wüste so ausfüllen könnte.

Die anderen kommen, Verabschiedung, Rückweg. Etwas Dromedar, dann wieder laufen. Said gibt mir seine Sandalen. Ich lasse mich etwas nach hinten fallen, singe und sammle schöne Steine. 

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Said mit seinen Dromedaren auf unserem Rückweg

Zurück in M’Hamid Abschied von Said. Ich werde traurig und nach sehr kurzer Verabschiedung mit Handschlag fühlt es sich an, als ob etwas fehlt.

Dann neuer Plan, Tücher kaufen bei Brahims Schwester. Während wir warten, dass ein Freund von Brahim uns abholt, streichle ich einen der Hunde. Brahim und ich unterhalten uns. Er hatte viele Tiere, auch teilweise mit der Hand aufgezogen. Er hat liebe Augen während er erzählt. 

Dann geht es los. Nach dem Tücherkauf Abschied mit Umarmung. Zum Glück. Ich hätte mich nicht getraut aber Brahim kommt auf uns zu. Schön. Ohne das Gefühl, dass etwas fehlt. I will come back. Sure.

Mit dem Grand Taxi nach Zagora, dort finden wir ein Low Budget Hotel mit Pool, der zwar unsauber ist aber nicht dreckig. Alles kommt uns vor wie Luxus, den wir nicht brauchen. Nach kalter Dusche buchen wir über den Hotelbesitzer den Bus für morgen früh nach Agadir. Vor dem Hotel kaufe ich Wasser, der Besitzer ist sehr nett, spricht etwas Deutsch, da er in der Schweiz gelebt hat. Dann laufen wir ein paar Kilometer in die Stadt, auf dem Weg Kinder, die uns Gebasteltes schenken wollen. Wir lehnen ab, da wir nicht wissen, ob es eine der Maschen ist.

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Über den Dächern von Zagora

In Zagora treffen wir Larbi,einen Jungen Marokkaner, der auch Touren verkauft. Wir sagen, dass wir schon in der Wüste waren, er lädt uns zum Tee ein in seinen Laden. Später vielleicht.

Wir finden einen kleinen Imbiss, der sich später als perfekt herausstellt. Günstig, lecker, Besitzer zurückhaltend aber unglaublich sympathisch. Das warten auf das Essen (knapp eine Stunde) lohnt sich.

Ich habe Gemüsetajine mit Reis. Während des Wartens laufen Lena und Anna aus der Wüste vorbei, wir unterhalten uns nett, sie haben schon gegessen. Beide fahren auch morgen weiter jedoch zurück nach Marrakesch.

Abschied, vielleicht morgen früh an der Bushaltestelle noch einmal.

Während wir essen kommt der Larbi vorbei und setzt sich zu uns. Wir reden viel. Nach dem Essen sitzen wir bei ihm im Laden, der tatsächlich auch Teppiche verkauft. Davor wird man überall gewarnt. Es stört uns nicht, denn wir wissen, dass wir nichts kaufen werden. Ein bisschen feilschen zum Spaß, Tee trinken, dann: wir sind müde. 

Larbi läuft mit uns den Rückweg. Ich erfahre, dass sein Vater zwei Frauen hat. Wir unterhalten uns über Kultur und Menschenbilder, es ist nett aber die Wüste fehlt mir. Er nimmt meine Hände. You have such cold hands. That means that you are in love. Ich antworte. Maybe I am. Auch hier Abschied mit Umarmung aber anders.

Zurück im Hotel. Es ist fast zwei. Noch vier Stunden Schlaf. Ich bin zu aufgedreht. Die Wüste fehlt mir.

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Blick über Zagora und seine Palmen

Day 6.

Today I only slept little, but well. After waking up a short round of yoga, then join the others for breakfast. White bread, date and fig and strawberry marmalade, orange nectar. I am not hungry but eat some out of politeness, drink coffe today instead of mint tea, as it is always too sweet and mixed with too much green tea.

Climbing the dunes after that, it’s already 10 o’clock and very hot. Black beetles leave behind trails like streets in the sand.

I go back to the camp, pack, and sit down in the shade next to the hammock. Saiid comes to my side. We talk about the desert. He says I should stay. I think yes. And say I will come back. I truly mean it. Some time for a week or two, lots of being alone here and sometimes being with others, writing, keeping silent, walking along the dunes, sitting at the fire. I would never have thought that the desert could complete me so.

The others show up. Goodbyes. The way back. Some dromedary, then walking again. Saaid gives me his sandals. I fall back a bit, sing and collect pretty rocks.

Back in M’Hamid, parting with Saiid. I become sad, and after a short farewell with handshake, it feels as though something is missing.

Then new plans, buying cloths at Brahim’s sister. While we wait for a friend of Brahim to pick us up, I pet some of the dogs. Brahim and I talk. He has many animals, some of which he has raised himself. His eyes are very kind as he talks.

Then it begins. After the purchase, parting with hugs. Fortunately. I would not have dared to do it myself, but Brahim initiates it. So nice. Without the feeling that something is missing. I will come back. Sure.

With the Grand Taxi to Zagora, there we find a Low Budget Hotel with swimming pool, which was unclean but not dirty. It strikes us as pure luxury, which we have no need need for. After a cold shower we book an early bus to Agadir. In front of the hotel I buy some water, the owner is very kind, he speaks some German, since he lived in Switzerland. Then we walk a few kilometers around the city, on the way there’s kids, who want to give us home-made gifts. We decline, since we do not know if it’s part of a scam.

In Zagora we meet Larbi, a young Moroccan, who also sells tours. We tell him we have already been to the desert, and he invites us for tea at his shop. Later, perhaps.

We find a small diner that later on turns out to be perfect. Cheap, tasty, owner somewhat reserved but unbelievably sympathetic. The wait for the food (a good half hour) is definitely worth it.

I eat vegetable tajine with rice. During the wait, Anna and Lena from the desert walk past us, we have a nice talk, they’ve already eaten. Both will continue onwards tomorrow, back to Marrakesh.

Farewell, maybe one more time tomorrow at the bus stop.

While we eat, Larbi shows up and sits down with us. We talk a lot. After the meal we sit down at his shop, which also sell carpets. You hear all sorts of warnings about that. We do not mind, because we know, we won’t buy anything. Some haggling, just for fun, drinking tea, and then: we are tired.

Larbi walks with us on the way back. I learn that his father has two wives. We talk about culture and the image of humanity, it is nice but I miss the desert. He takes my hands. „You have such cold hands. That means that you are in love.“ I reply, maybe I am. Here too, goodbye with a hug, but somewhat different.

Back at the hotel. It is almost two o’clock. Four more hours of sleep. I am too wired. I miss the desert.

 

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